Lot 124

1993 Mercedes-Benz 500 E

  • Gemeinschaftsarbeit von Porsche und Mercedes-Benz
  • Der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz
  • Die schnellste Limousine ihrer Klasse
  • Gut dokumentierte Historie
  • Seit 2000 in Österreich
  • Regelmäßig gewartet
  • Erst 185.000 km

Schätzwert

Erzielter Preis € 52.900

Technische Details

Chassis

WDB1240361B863644

Papiere

Österreichische Einzelgenehmigung (historisch)

Deutscher Fahrzeugbrief von 1993 (entwertet)

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Als Mercedes 1990 den 500 E vorstellte, war die Überraschung groß: ein unscheinbarer Viertürer der Baureihe W124, der im Heck das Kürzel trug, das sonst der S-Klasse vorbehalten war. Unter der Haube arbeitete kein kleiner Vierzylinder, sondern der Fünfliter-V8 aus dem 500 SL, 326 PS stark. Damit wurde aus der braven Mittelklasse-Limousine ein ernstzunehmender Sportwagen.

Doch Mercedes baute ihn nicht allein. Man wandte sich an Porsche, deren Werk in Zuffenhausen für den Feinschliff zuständig war und sich über die zusätzliche Auslastung freute. Außerdem passten die um 5,6 Zentimeter verbeiterten Karossen nicht durch die Daimler’sche Fertigungslinie. An Porsche wurden die Rohkarossen angeliefert, um die Achsen, Bremsanlagen und modifizierten Radhäuser aufzunehmen – notwendig, um den mächtigen Motor und die Fahrwerkskomponenten unterzubringen. Erst danach gingen die halbfertigen Wagen zurück nach Sindelfingen, wo Endmontage und Finish erfolgten. Dieser Pendelverkehr erklärt, warum die Fertigung sehr aufwendig und die Stückzahlen begrenzt blieben.

Äußerlich verriet den 500 E nur Kennerblick: dezent verbreiterte Kotflügel, tiefergelegte Karosserie, 16-Zoll-Leichtmetallräder. Kein Spoiler, keine lauten Farben – ein Maßanzug aus Stuttgart, der seine Kraft verbarg. Doch wer das Gaspedal durchtrat, erlebte den Kulturschock: 5,9 Sekunden auf 100 km/h, 250 km/h Spitze, und das alles mit der Solidität einer Limousine, die im Alltag kaum auffiel.

1993 erfolgte die Modellpflege des W124, bei der das gesamte Programm auf die neue Nomenklatur umgestellt wurde. Aus dem 500 E wurde der E 500, erkennbar an geänderten Scheinwerfern und leicht modernisiertem Interieur. Technisch blieb er weitgehend unverändert, behielt aber seinen Nimbus als die vielleicht vollkommenste Symbiose von Komfort und Performance der 1990er Jahre.

Heute gilt der 500 E – bzw. E 500 – als Ikone: ein Gemeinschaftswerk von Mercedes und Porsche, das wie kein anderes Auto die Idee eines „Understatement-Sportwagens“ verkörpert.

Dieser 500 E in blauschwarz-metallic (199) wurde im Februar 1993 von der Mercedes-Benz Vertretung Löhlein in Wendelstein als Vorführwagen zugelassen. Keine drei Monate später ließ sein erster Besitzer, Jahrgang 1929, den Mercedes auf sich zu. Die Freude über den neuen Über-W124 währte nur so lange, bis wenige Monate später die Modellpflege folgte. Wer will schon ein neues Auto, das wenige Wochen später wie ein altes aussieht? Und gar um diesen Preis? Sein Besitzer scheute daher keine Mühen und Kosten, ließ den 500 E optisch zum E 500 umrüsten und war wieder glücklich.

Vom ersten Besitzer kam der 500 E mit 87.800 Kilometern auf der Uhr im Jahr 2000 nach Wien zu einem hier ansässigen japanischen Diplomaten. Der nahm es mit der Wartung ebenso genau wie mit der Dokumentation dieser. Ein Ordner voller Rechnungen, Prüfberichte und das originale Wartungsheft legen Zeugnis ab vom sorgsamen Umgang mit dem 500 E. Anlaufstelle des Vertrauens war in der Regel die Wiener Mercedes-Niederlassung Wiesenthal.

Vor zehn Jahren erwarb der Einbringer den 500 E und schickte sich an ihn noch weiter zu verbessern, bis er seinen hohen Ansprüchen Genüge tat. Bis heute ist die Sportlimousine erst 185.000 Kilometer gelaufen und präsentiert sich rundum von seiner besten Seite. So wird der Wagen wieder seiner Sonderstellung gerecht, die er seinerzeit hatte, als er neu war: als der Wolf im Schafspelz, das Gemeinschaftswerk von Stuttgarts besten Ingenieuren, die eigentlich Konkurrenten waren.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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