Lot 105

1991 Intermeccanica 356 Roadster 6

  • Neuinterpretation einer Ikone
  • Basierend auf einem Gitterrohrrahmen
  • Ausgestattet mit Carrera-3,2-Mechanik
  • Überragende Fahrleistungen
  • Umfangreich dokumentiert
  • Originale 14.152 Kilometer

Schätzwert

Erzielter Preis € 73.600

Technische Details

Chassis

IM12210

Motor

63K00647

Papiere

Deutsche historische Zulassung

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Die Geschichte von Intermeccanica beginnt 1959 in Turin – klein, ambitioniert und italienisch bis ins Mark. Zuerst überraschte man mit dem Imp, einem skurrilen Sportwagen auf Steyr-Puch-Basis. Dann folgte 1962 der hinreißende Apollo, gebaut für Amerika, mit V8-Power und Linien, die auch heute noch betören. 1965 kam mit dem Italia ein Auto, das Europa ebenso den Kopf verdrehte, ehe 1970 der Indra erschien – vertreten übrigens von keinem Geringeren als Erich Bitter in Schwelm.

Doch die Ölkrise zerstörte den Traum vom großen Sportwagen. Also sattelte man um: 1976 stieg Intermeccanica in die Replica-Welle ein, baute Speedster auf Käfer-Chassis. Ab 1982 dann der Roadster, eine Hommage an alte Zuffenhausener Formen, zugänglich und erfolgreich.

1986 änderten sich die Verhältnisse grundlegend. Frank Reisner zog mit seiner Firma nach Vancouver, Kanada, und präsentierte eine neue Generation: den Roadster RS. Der hatte nun einen Gitterrohrrahmen, der so stabil war, dass sich darin auch die Technik des Porsche 911 unterbringen ließ.

Aus dieser Basis entstand der Roadster 6 – der exklusivste Intermeccanica aller Zeiten. Handgefertigt, mit Porsche-Mechanik, gebaut für Kenner und in lächerlich kleiner Stückzahl: angeblich nur 15 Exemplare. Heute ist der Roadster 6 fast vergessen. Doch er steht für die letzte Phase der Marke, die immer wieder zwischen Traumwagen und Überlebenskampf pendelte.

Zwischen 1993 und 1997 standen der Erstbesitzer – ein deutscher Zahnarzt aus Laer – und Frank Reisner, der Chef von Intermeccanica, in regem Schriftverkehr. Schließlich entschied sich der Kunde, einen Roadster 6 in Auftrag zu geben. Neben den üblichen Dingen wie Farbkombination und Sonderausstattung – hier besonders üppig gewählt – wurden auch Nebensächlichkeiten wie der Reifentyp bis ins Detail festgelegt. Man einigte sich außerdem darauf, dass der Auftraggeber aus Deutschland die wesentlichen Carrera-3,2-Liter-Komponenten aus einem gebrauchten 1988er Wagen beisteuerte. Der Tacho bis 280 ist demnach keinerlei Übertreibung.

Im November 1999 war es soweit: Der Roadster wurde ausgeliefert – schwarz, mit Vollleder in Tan und nahezu allen Extras, die Intermeccanica zu bieten hatte. Die Kaufprozedur führte zu einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Reisner und seinem Kunden. Aus formaljuristischen Gründen erhielt der Wagen bereits im November 1991 eine kanadische Zulassung. Die deutsche Abnahme erwies sich als schwierig; der bürokratische Weg war steinig, wurde aber letztlich erfolgreich gemeistert. Im August 2002 erfolgte die Zulassung in Deutschland – mit damals rund 1.700 km Laufleistung.

Aus Altersgründen wechselte der Roadster später den Besitzer. Heute wird er mit nur 14.152 Kilometern auf der Uhr angeboten. Die sorgfältig archivierten Unterlagen – vom E-Mail-Verkehr bis zu allen Schritten in Deutschland – belegen, welch besonderes Projekt dieses Auto für den Erstbesitzer war.

Mit 160 kW Leistung bei 1.100 kg Gewicht ist der Roadster ein echtes Erlebnis. Das Publikum reagiert begeistert, den Sportwagenfahrer überrascht das Potential dieses historischen Fahrzeugs, das als Wolf im Schafspelz immer wieder mit Sympathie und Kraft begeistert.

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Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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