1994 BMW 850 CSi
- Einer von nur 1.510 gebauten Über-Achtern
- 12 Zylinder, 380 PS mit 6-Gang-Schaltgetriebe
- Wunderschöne, seltene Farbkombination
- Gut dokumentierte Historie
- Nach Wien ausgeliefert
- Nur 156.813 km
Schätzwert
Erzielter Preis € 60.950
Technische Details
Chassis
WBSEG91050CC00774
Motor
60160699
Papiere
Österreichischer Typenschein
Originale Bordmappe mit Serviceheft
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Als BMW Anfang der 1990er-Jahre die 8er-Reihe präsentierte, war klar: Hier tritt die Marke in eine neue Liga ein. Flache Silhouette, versenkbare Scheinwerfer, Bordcomputer und elektronische Helferlein – der E31 war ein Gran Turismo nach internationalem Maßstab, gebaut für die Autobahn links, aber auch für die Boulevards der Welt.
Krönung der Baureihe wurde 1992 der 850 CSi. Er war weit mehr als ein stärkerer 850i: Sein Zwölfzylinder mit 5,6 Litern Hubraum war eine Weiterentwicklung des M70, intern als S70 bezeichnet, 381 PS stark und mit 550 Newtonmetern Drehmoment gesegnet. Damit sprintete das Coupé in 6 Sekunden auf 100 km/h und lief 250 km/h Spitze – abgeregelt, versteht sich. Unabgeregelt hätte er deutlich mehr gekonnt.
Doch der CSi war nicht nur Motor. Er erhielt ein tiefergelegtes, aktives Fahrwerk, eine lenkbare Hinterachse (AHK), stärkere Bremsen und ein Getriebe, das ausschließlich von Hand geschaltet wurde. Kein Automat, kein Kompromiss – der CSi war das sportliche Aushängeschild der Baureihe, ein M-Modell ohne „M“ im Namen.
Äußerlich verrieten ihn geänderte Schürzen, Schweller, 17-Zoll-Felgen und eine tiefer geduckte Haltung. Innen gab es Sportsitze, M-Lenkrad, edle Materialien. Doch trotz aller Sportlichkeit blieb der 850 CSi ein Luxus-Coupé – groß, schwer, majestätisch.
Von 1992 bis 1996 entstanden 1.510 Exemplare, was ihn heute zur Rarität macht. Sein Preis damals lag bei rund 180.000 Mark – eine Summe, die ihn in direkte Konkurrenz zum Mercedes 500 E oder zum Porsche 911 stellte, aber mit seinen zwölf Zylinder spielte er in einer eigenen Liga. Heute ist der 850 CSi der gesuchte Höhepunkt der 8er-Reihe. Kein anderes Modell verkörpert so sehr die Münchner Ingenieurskunst, die damals ihrer Zeit weit voraus war.
Dieser BMW 850 CSi wurde im Jänner 1994 über BMW Wien ausgeliefert. Sein erster Besitzer bewies besten Geschmack, wählte er doch das seltene und wunderschöne Oxfordgrün-metallic als Außenfarbe und dazu passend beiges Connolly-Leder und Edelholzverblendung in Pappel für das Interieur. Weitere Extras waren das Schiebedach, das Lederlenkrad und die Fußmatten in Velours.
Die erste Zulassung erfolgte in Wien-Meidling, schon ein Jahr später, am 3. März 1995, ließ ihn sein zweiter Besitzer in Ottakring zu. Aus dem originalen Serviceheft geht hervor, dass der regelmäßig die BMW-Vertretung Pfiel in Wien-Hernals zur Wartung ansteuerte. Dort bescheinigte man dem CSi 1995, unmittelbar nach dem Ankauf, bei einer Karosseriekontrolle, dass er keinerlei Lack- bzw. Karosserieschäden aufwies und sich der Wagen in fabriksneuem Zustand befand.
Nach einem dritten Wiener Besitzer von 2002 bis 2007 kam der Über-Achter zu einem BMW-Sammler nach Niederösterreich. Von dort holte ihn sein letzter Besitzer 2016 nach Oberösterreich.
In jüngeren Jahren erwähnenswert ist eine Motorrevision, die der 850 CSi von Alfred Deboeuf bekam. Die Kupplung (Druckplatte, Ausrücklager, Mitnehmerscheibe) wurde erneuert, genauso wie die Benzinschläuche und sämtliche Flüssigkeiten und Filter.
Die 156.813 gelaufenen Kilometer können im Vergleich mit den meisten Artgenossen als moderat bezeichnet werden, waren die CSi doch oft auf den Autobahnen zuhause. Der gesamte Wagen präsentiert sich über 30 Jahre nach seiner Auslieferung in höchstem Maße gepflegt und begeistert mit seiner seltenen und wunderschönen Farbkombination, seiner bestens nachvollziehbaren Historie und allen voran mit seinen überragenden Fahrleistungen. Seinerzeit ein Wunderwerk der Technik muss der 850 CSi auch heute noch kaum Konkurrenz scheuen.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272