1988 Porsche 944 S2 Versuchsfahrzeug
- Versuchsfahrzeug mit der Fahrgestellnummer 0001
- Praktisch im Auslieferungszustand erhalten
- Originale 100 Meilen Laufleistung
- Läuft und fährt
Schätzwert
Erzielter Preis € 44.850
Technische Details
Chassis
WP0ZZZ94ZKN4800001
Papiere
Deutsche Zulassung
US-Title in Kopie
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Mitte der 1980er-Jahre war der Porsche 944 längst ein Erfolg: ein ausgewogener Transaxle-Sportwagen mit Charakter, der Alltagstauglichkeit und Performance vereinte. Doch in Zuffenhausen ruhte man sich nicht aus – 1987 kam der 944 S, das „S“ für Super. Unter der Haube arbeitete ein 16-Ventil-Vierzylinder mit 2,5 Litern Hubraum und 190 PS – der erste Vierventiler in einem Serien-Porsche. Der Motor drehte willig bis 6.800 Touren und verlieh dem 944 eine neue, sportlichere Note: weniger Drehmoment unten, dafür mehr Schärfe und Drehfreude oben.
Zwei Jahre später folgte der 944 S2, die logische Weiterentwicklung – und für viele der beste 944 überhaupt. Der Hubraum wuchs auf drei Liter, damals der größte Vierzylinder der Welt. 211 PS und 280 Newtonmeter Drehmoment sorgten für souveränen Schub, den das perfekt ausbalancierte Fahrwerk mühelos auf die Straße brachte. Von 0 auf 100 km/h in 6,8 Sekunden, 240 km/h Spitze – Werte, die selbst den 911 Carrera jener Zeit in Bedrängnis brachten. Der S2 kombinierte Präzision mit Alltagstauglichkeit: Sportwagen im Maßanzug, komfortabel, schnell und mit jener unaufgeregten Perfektion, die Porsche in den späten Achtzigern auszeichnete.
Heute gelten 944 S und S2 als Geheimtipps – echte Fahrerautos mit Charakter, Technikverstand und der vielleicht reinsten Form des Porsche-Gedankens jenseits des Elfers.
Dieser 944 S2 wirft auf den ersten Blick Fragen auf: Die Heckklappe entspricht nicht der Serie, die Felgen erinnern an den Vorgänger. Der Blick unter die Motorhaube sorgt für weitere Rätsel. Der Motor gleicht optisch dem des 944 S, laut einer Bestätigung von Porsche handelt es sich jedoch um einen S2. Auch der Kennbuchstabe in der Fahrgestellnummer verweist auf das Modelljahr 1989 – das Jahr, in dem der S2 den S ablöste. Auffällig bleibt allerdings der Karosseriecode „8“ – ein weiteres Indiz für Besonderheit. Und tatsächlich: Dieses Fahrzeug trägt die Endnummer 0001, ist also das allererste gebaute Exemplar dieses Typs.
Da die ersten 50 Fahrgestellnummern traditionell für Versuchsfahrzeuge und die nächsten zehn für Sondermodelle reserviert waren, dürfte sich hier der Schlüssel zum Rätsel finden. Was es mit diesem 944 wirklich auf sich hat, bleibt wohl eine Aufgabe für seine nächsten Besitzer.
Der Zustand jedenfalls spricht Bände: Der Meilenzähler steht auf exakt 100 – laut US-Title von 1997 waren es 82, und das Porsche Zentrum Regensburg bestätigte 2013 einen Stand von 83 Meilen bei der Ankunft in Deutschland. Heute präsentiert sich dieser Prototyp praktisch im Neuwagenzustand. Und obwohl er läuft und fährt, ist er eigentlich viel zu schade, um bewegt zu werden.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272