1990 BMW 850i
- Ungewöhnliche Farbkombination
- Zuletzt von einer Vertragswerkstätte serviciert
- Das meistverkaufte Modell der 8er Baureihe
Schätzwert
Erzielter Preis € 21.850
Technische Details
Chassis
WBAEG2313MCB72142
Papiere
Deutsche historische Zulassung
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Als BMW 1989 den 8er (E31) vorstellte, präsentierte sich das Coupé als technologische und gestalterische Speerspitze der Marke. Die Linien stammten von Klaus Kapitza, der später Designchef der BMW Technik GmbH wurde. Seine Formensprache verband Eleganz mit Präzision – eine flache Front, inspiriert vom legendären M1, und eine sanft abfallende Dachlinie machten den 8er zu einem automobilen Statement.
Der E31 trat die Nachfolge des 6er Coupés (E24) an, war jedoch größer, luxuriöser und deutlich teurer. Seine Hauptkonkurrenten waren die großen Mercedes-Coupés der S-Klasse (C126 und C140). Ein Cabriolet-Prototyp wurde zwar erprobt, scheiterte jedoch an der fehlenden Karosseriesteifigkeit – der 8er blieb ein reiner Grand Tourer mit festem Dach.
Technisch war das Coupé eng mit dem damaligen 7er (E32) verwandt: Fahrwerk, Elektronik und Motoren stammten teilweise aus der Oberklasse. Herzstück war der neu entwickelte V12-Motor M70, der erstmals in einem BMW zwei Motronic-Steuergeräte und elektronische Drosselklappen kombinierte – ein Meisterwerk an Laufruhe und Ingenieurskunst.
Mit einem Preis von über 160.000 D-Mark war der 8er bis zur Einführung des E38 L7 1997 das teuerste Modell im BMW-Programm. Trotz anfänglicher Begeisterung und rund 5.000 Vorbestellungen blieben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück. Wirtschaftskrise, Energiepreise und die US-Erwartung nach noch mehr Leistung bremsten den Erfolg.
Dieser 850i in außergewöhnlicher Farbkombination ist einer jener Wagen, die ursprünglich für den amerikanischen Markt gebaut wurden – BMWs Hoffnungsmarkt jener Jahre. Das originale Autotelefon zeugt davon, dass sein Erstbesitzer bei der Ausstattung nicht sparte. Zuletzt war der Wagen ab 2003 im sonnigen Kalifornien zugelassen, bevor er zurück nach Deutschland kam. Hier erhielt er zunächst eine gründliche technische Durchsicht in einer Vertragswerkstatt. Lediglich das Schiebedach zeigte zuletzt geringfügigen Handlungsbedarf. Weitaus wichtiger jedoch: Der mächtige Zwölfzylinder läuft seidenweich, und das Coupé präsentiert sich insgesamt in gepflegtem Zustand. Die eingetragenen Felgen samt Bereifung unterstreichen standesgemäß, was unter der langen Haube schlummert – 300 PS und 450 Newtonmeter Kraftentfaltung in ihrer wohl kultiviertesten Form.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272