1979 Ferrari 308 GTS
- Frühes Vergasermodell
- Ausgeliefert in der Schweiz
- Gut dokumentierte Historie
- Zeitlose Design-Ikone von Pininfarina
Schätzwert
EUR 65.000 – 85.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
FA106AS*26673*
Motor
FA106A020*03464*
Papiere
Österreichische Einzelgenehmigung
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
1974 lief der Dino 246 aus, und in Maranello stand man vor einer Aufgabe, die fast unmöglich schien: Wie ersetzt man einen Jahrhundertentwurf? Der Versuch mit dem 308 GT4 2+2 von Bertone war zwar kein Flop in den Verkaufszahlen, aber in Sachen Formensprache eine Pleite. Immerhin brachte er den Achtzylinder mit, der zum Herz des neuen Hoffnungsträgers werden sollte. Also wandte man sich wieder vertrauensvoll an Pininfarina.
1975 erschien der 308 GTB – drei Liter Hubraum, acht Zylinder, 227 PS mit Trockensumpf – und ein Kleid, das den Dino würdig beerbte. Pininfarina gelang ein Entwurf, der sofort zur Stilikone wurde: schlank, keilförmig, perfekt proportioniert. Die ersten Exemplare, bei Scaglietti in Handarbeit gefertigt, erhielten sogar Karosserien aus glasfaserverstärktem Kunststoff, »Vetroresina« genannt. Ein Novum in der Serienproduktion, aber für Werkstätten ein Albtraum. Ab 1977 kehrte man reumütig zum Stahl zurück.
Im selben Jahr präsentierte Ferrari auf der IAA in Frankfurt die offene Version: den 308 GTS. Nach Dino-Vorbild mit herausnehmbarem Dach, anderorts als »Targa« bekannt. Der GTS musste ohne Trockensumpf und mit ein paar Pferden weniger auskommen, doch das störte niemanden – er verkaufte sich besser als die Berlinetta. Bis 1980 entstanden 3.219 Exemplare, gut 300 mehr als vom GTB.
Dann kam 1980 ein gewisser Tom Selleck. Mit üppiger Gesichtsbehaarung und Hawaiihemd ausgestattet chauffierte er im TV einen 308 GTS – und machte den Wagen endgültig zur Ikone der 1980er. Plötzlich war er nicht nur ein Ferrari, sondern Popkultur.
Ferrari entwickelte den 308 stetig weiter: Einspritzung, Turbolader, schließlich der Quattrovalvole mit vier Ventilen pro Zylinder. Am Design änderte man kaum etwas – warum auch? Ein Spoiler hier, eine Schürze dort, doch die Linie war nahezu unangreifbar.
Anfang 1979 wurde dieser Ferrari 308 GTS über die Auto Dino AG in Zürich an seinen ersten Besitzer ausgeliefert: Guido Candrian aus St. Gallen. Candrian nutzte den Wagen nicht als Wochenendspielzeug, sondern regelmäßig. Im ersten halben Jahr legte er 5.000 Kilometer zurück, bis 1981 waren es 15.000, und 1987 schließlich 50.000 Kilometer beim letzten Service.
Danach verschwand der GTS für fast zwei Jahrzehnte in einer Garage, bis er 2006/07 von einem neuen Eigentümer wiederbelebt wurde. Rund 20.000 Franken investierte dieser in eine gründliche mechanische Überholung. Im Februar 2007 folgte ein großes Service bei 55.000 Kilometern, kurz darauf wurde der Ferrari bei knapp 58.000 Kilometern auf die Firma des Besitzers in Liechtenstein zugelassen. Rechnungen aus 2010 und 2011 dokumentieren weitere Wartungsarbeiten.
Später kam der 308 nach Österreich, wo er ein erneutes Rundumservice beim Spezialisten erhielt. Das Interieur wurde aufgearbeitet, und neue Michelin XWX rundeten die Auffrischung ab.
2019 wechselte der Wagen erneut den Besitzer, wurde seither aber kaum genutzt, er ist ein ehrlicher Zeitzeuge, nicht nur der Zeit aus der er stammt, sondern auch hinsichtlich seiner eigenen Geschichte. Er lebt nicht vom Glanz einer Restaurierung, sondern zeugt von gelebter Authentizität. Als Vergasermodell in GTS-Form verkörpert er die puristischste und zugleich begehrteste Ausführung des 308.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272