1973 Maserati Merak 3000
- Der 234. von 1.830 gebauten Merak
- Frühes 3-Liter-Modell, nach Italien ausgeliefert
- Elegante Farbkombination
- Umfangreich restauriert
Schätzwert
Erzielter Preis € 43.700
Technische Details
Chassis
AM122*0234*
Motor
114.50.30 500.152
Papiere
Italienische Carta di circolazione
Italienische Carta di circolazione von 1979
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
1972 stellte Maserati auf dem Pariser Salon den Merak vor – und stieg damit in eine Liga ein, die bis dahin Ferrari und Porsche dominierten. Der Dino 246 GT war der feine Italiener für den Nachwuchs, der Porsche 911 längst ein globaler Maßstab. Maserati hatte zu dem Zeitpunkt nur große, teure V8-Modelle im Programm – nun kam ein kompakter Sportwagen, der beides verbinden sollte: Exotik, Leistbarkeit und Alltagstauglichkeit.
Giorgetto Giugiaro zeichnete die Karosserie, eng verwandt mit dem Bora. Flach, kantig, dramatisch – doch der Merak war kein verkleinerter Bora. Statt der gläsernen Heckhaube erhielt er eine offene Motorabdeckung, und hinter den Vordersitzen bot er sogar zwei Notsitze – ein Zugeständnis an Kunden, die mehr wollten als nur Fahrspaß zu zweit.
Unter der Haube arbeitete der neu entwickelte V6 mit drei Litern Hubraum, ursprünglich für den Citroën SM konzipiert. 190 PS leistete er in der Basisversion – ausreichend für über 230 km/h. Kein Dino-Killer, aber konkurrenzfähig – und günstiger als ein Ferrari. 1975 folgte der Merak SS mit 220 PS und reduziertem Gewicht, spürbar lebendiger im Auftritt. Für den italienischen Markt, wo Luxusautos über zwei Liter Hubraum stark besteuert wurden, erschien 1977 der Merak 2000 GT.
Die französischen Gene waren unverkennbar: Hydrauliksysteme aus dem Citroën-Regal, zeitweise sogar das Armaturenbrett des SM. Für Puristen war das gewöhnungsbedürftig, für andere ein Ausdruck technischer Avantgarde.
Bis 1983 entstanden rund 1.800 Exemplare. Heute gilt der Merak als charmanter Außenseiter – zwischen Dino, 911 und Urraco. Nicht der Schnellste, nicht der reinste, aber unverwechselbar Maserati: extravagant, eigenwillig und mit einem Hauch Exzentrik.
Dieser Merak wurde als 234. Exemplar 1973 gebaut und 1974 erstmals im piemontesischen Alessandria zugelassen. 1979 gelangte der Maserati nach Cagliari auf Sardinien, wo er ein neues Kennzeichen erhielt, das er bis 2017 behielt. Dann verließ er Italien und kam in die Sammlung des heutigen Einbringers. Anschließend wurde der Merak vollständig restauriert, Karosserie, Interieur, die gesamte Mechanik – nichts wurde ausgespart. Das Ergebnis präsentiert sich heute in einer höchst eleganten Farbkombination, die Giugiaros dramatisches Design perfekt zur Geltung bringt. Seit Abschluss der Restaurierung kaum gefahren, empfiehlt sich vor einer Wiederinbetriebnahme eine technische Durchsicht – und ein neuer Kupplungszylinder dürfte ebenfalls nicht schaden.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272