Lot 89

1973 Lamborghini Urraco P250

  • Einer von nur ca. 520 gebauten Urraco P250
  • Fast 20 Jahre bei einem italienischen Vorbesitzer
  • Mit großem Aufwand restauriert
  • Wunderschöne Farbkombination

Schätzwert

Erzielter Preis € 105.800

Technische Details

Chassis

15100

Papiere

Italienische Carta di circolazione von 1987

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Ende der 1960er-Jahre war Lamborghini auf dem Höhenflug. Miura und Espada hatten die Marke zum Mythos gemacht, Ferruccio Lamborghini selbst sonnte sich im Erfolg. Doch während in Sant’Agata die Zwölfzylinder brüllten, tat sich eine neue Lücke auf: Porsche hatte den 911, Ferrari den Dino – nur Lamborghini fehlte ein „kleiner“ Sportwagen. Der Urraco sollte diese Rolle füllen: erschwinglicher, kompakter, alltagstauglicher.

1970 in Turin vorgestellt, machte er zunächst alles richtig. Keilförmige Linien, gezeichnet von Marcello Gandini bei Bertone, ein 2+2-Sitzkonzept mit kleinen Notsitzen im Fond und ein neuer Achtzylinder mit 2,5 Litern Hubraum und 220 PS. „Urraco“ – das Stierkalb – war sein Name, und tatsächlich sollte er die Herde nach unten erweitern.

Doch zwischen Präsentation und Produktion lagen Welten. Die ersten Kunden erhielten ihren Wagen erst 1973, mitten in der Ölkrise. Qualität? Italienisch. Verarbeitung? Wechselhaft. Elektrik? Eigenwillig. Wer einen Urraco fuhr, tat dies mit Leidenschaft – und mit Geduld. Dabei hatte der kleine Stier fahrdynamisch viel zu bieten: Mittelmotor, Transaxle-Layout, eine erstaunlich ausgewogene Balance. 245 km/h Spitze, 6,9 Sekunden auf 100 – Werte, die auch dem Ferrari Dino gefährlich nahe kamen.

Aber der Markt war gnadenlos. Porsche stand für Verlässlichkeit, Ferrari für Mythos – Lamborghini musste improvisieren. Der Urraco war zu teuer, zu spät auf dem Markt und zu wenig ausgereift, um zum großen Erfolg zu werden. Nach knapp 520 gebauten Exemplaren des P250 war Schluss. Später folgten P300 und P200, letzterer nur für Italien, doch auch sie blieben Randerscheinungen.

Heute ist der Urraco ein Exot im Lamborghini-Stall – überschattet von Miura und Countach, aber gerade deshalb reizvoll. Er zeigt, wie Lamborghini Anfang der 1970er träumte: einen Mittelmotorsportler fürs Volk zu bauen. Es blieb beim Versuch – doch ein schöner war es allemal.

Dieser Lamborghini Urraco war von 1987 bis 2005 fast zwei Jahrzehnte lang bei einem Besitzer in Italien, bevor er nach Deutschland kam. Der Einbringer erwarb den Wagen als Restaurierungsobjekt und scheute keine Kosten und Mühen, um den kleinen Stier aus Sant’Agata Bolognese wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Die markanten Felgen verleihen ihm heute einen bulligen Auftritt.

Seit der Restaurierung wurde er kaum gefahren und zeigt noch immer, welcher Aufwand bis ins Detail betrieben wurde.

 

Anmerkung: Der zweite Gang macht beim Einlegen Geräusche. Die eingeschlagene Fahrgestellnummer konnte bislang nicht gefunden werden und versteckt sich möglicherweise unter dem neuen Lackkleid.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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