1972 BMW 3.0 CSL
- Einer von nur 169 Vergaser-CSL
- In den 1970ern zum Batmobil umgebaut
- Vermutlich Ende der 1970er bei mehreren Rennen eingesetzt
- Seit Anfang der 1990er beim Vater des Einbringers
- Ein Stück bayrische Motorsportgeschichte
- Mit originalem Motorblock
- Matching Numbers
Schätzwert
Erzielter Preis € 161.000
Technische Details
Chassis
2212436
Motor
2212436 (Block anbei)
Papiere
Österreichische Einzelgenehmigung von 1973 (Zweitschrift von 1988)
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
1971 – die BMW Motorsport GmbH war noch gar nicht gegründet – konzentrierte man in München alle Kräfte auf die Entwicklung des neuen 3.0 CSL. Gegen die Ford Capris hatten die 2800 CS und 3.0 CS von Alpina und Schnitzer auf den Rennstrecken regelmäßig das Nachsehen – eine Schmach, die man in München nicht länger hinnehmen wollte. Während ein Coupé zu Ralph Broad und dessen Broadspeed-Team nach England geschickt wurde, um den E9 endlich siegfähig zu machen, arbeitete man in München gemeinsam mit Alpina am Feinschliff der Homologations-Serienmodelle des Coupé Sport Leichtbau, kurz CSL.
Gewicht wurde eingespart, wo immer es möglich war: dünneres Blech an der Karosserie, Hauben und Türen aus Aluminium, Plexiglas für die Heckscheibe, ein leichterer Teppich. Am Ende wog der CSL rund 215 Kilogramm weniger als der Serien-CS. Dessen Vergasermotor mit 180 PS blieb zunächst unverändert, doch dank der Gewichtsreduktion schaffte der CSL den Sprint auf 100 km/h nun in 7,4 Sekunden. Im Hintergrund arbeitete man bereits am Einspritzmotor, der zunächst im CSi erschien und ab August 1972 auch im CSL verfügbar war. Nach 169 gebauten Leichtbau-Coupés mit Vergasermotor erhielt der CSL nun einen leicht vergrößerten Hubraum von 2.985 auf 3.003 cm³. Die Leistung wurde offiziell wie beim CSi mit 200 PS angegeben. Neu war außerdem ein „Städtepaket“, das den CSL komfortabler machte: konventionelle Stoßstangen, das Fahrwerk des CSi und der Verzicht auf Aluhauben und -türen. Von dieser zweiten Serie entstanden 429 Stück, rund ein Drittel davon mit Städtepaket. Zusätzlich wurden 500 rechtsgelenkte Exemplare für England gefertigt.
1973 folgte die letzte Ausbaustufe des CSL, nun nach Vorbild der Rennwagen mit gewaltigen Spoilern an Front, Heck und Dach – der Grund für seinen legendären Spitznamen „Batmobil“. Der Motor wurde auf 3.153 cm³ aufgebohrt und leistete 206 PS. Bis 1974 entstanden 167 Exemplare dieser Version.
Dieser CSL stammt aus der ersten Serie und gehört zu den 169 Vergaser-Fahrzeugen. Über seine frühen Jahre ist wenig bekannt. Eine Zweitschrift der Papiere aus dem Jahr 1988 nennt Josef Reindl aus Kitzbühel, auf den die ursprüngliche Einzelgenehmigung 1973 ausgestellt worden war. Offensichtlich wurde der Wagen schon früh mit dem Flügelpaket des Batmobils ausgestattet. Auf der linken hinteren Seitenscheibe finden sich zahlreiche alte Aufkleber von Motorsportveranstaltungen aus den späten 1970er-Jahren. Es ist gut möglich, dass dieser CSL daran teilnahm – denn wer ließ seinen BMW schon so umfangreich umbauen, ohne ihn anschließend auch einzusetzen? Dieses Kapitel seiner Historie bleibt dem neuen Besitzer zur Aufklärung vorbehalten.
Anfang der 1990er-Jahre konnte der Vater des Einbringers den CSL erwerben und restaurieren. Er baute einen Käfig ein und ließ einen passenden Motor aufbauen, legte den originalen Block jedoch zur Seite – eine weise Entscheidung, da er heute noch zum Fahrzeug gehört, während viele andere CSL ohne Originalmotor dastehen. Der Wagen wurde im originalen Farbton „Inka“ neu lackiert, auf die verchromten Radlaufverbreiterungen verzichtete man bewusst: ohne gefiel er dem Besitzer besser.
Einige Jahre nach dem Ableben des Vaters reaktivierte dessen Sohn den CSL. Um ihn wieder artgerecht bewegen zu können, bedarf es zwar noch einiger Handgriffe, doch hier bietet sich die seltene Gelegenheit auf eine bayerische Motorsport-Ikone, deren Historie bei genauer Recherche sicher noch manch positive Überraschung bereithält.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272