1972 Jaguar E-Type V12 Fixed Head Coupé
- Gute Restaurierungsbasis
- Matching Numbers
Schätzwert
EUR 35.000 – 45.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
1S72962
Motor
7S4614S
Papiere
US Title von 2016
Deutsche Zollpapiere von 2016
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Als Jaguar 1961 den E-Type vorstellte, galt er als Sensation: schön, schnell, beinahe unverschämt günstig. Elf Jahre später war die automobile Welt eine andere. Sicherheit, Komfort und vor allem der amerikanische Markt bestimmten die Regeln. Jaguar reagierte nicht mit Rückzug, sondern mit einem neuen Höhepunkt – dem E-Type Serie III, präsentiert 1971, und erstmals auch mit dem grandiosen 5,3-Liter-V12.
Das Fixed Head Coupé gab es nun ausschließlich als 2+2, mit längerem Radstand und höherem Dach. Anstelle kompromissloser Sportlichkeit bot es neue Qualitäten: Platz, Komfort und Souveränität. Unter der Haube wirkte der V12 mit 272 PS wie ein Versprechen. Samtig im Lauf, druckvoll im Durchzug, drehfreudig, wenn gefordert – eine Maschine, die Jaguar endgültig in die Liga der großen Tourenwagen führte.
Das Erscheinungsbild hatte sich ebenfalls gewandelt: breitere Spur, ausgestellte Kotflügel, ein markanter Kühlergrill und dezente V12-Embleme. Aus dem einstigen reinrassigen Sportwagen war ein Wagen geworden, der Eleganz mit Kraft verband. Doch seine DNA blieb unverkennbar: die endlose Haube, die geduckte Haltung, der Blick, der mehr verhieß als nur Geschwindigkeit.
Technisch war der V12 ein Meisterstück. Ursprünglich für den Rennsport entwickelt, verband er Leistungsstärke mit Kultiviertheit. In Verbindung mit dem neuen Fahrwerk, serienmäßiger Servolenkung und optionaler Automatik zeigte der E-Type, dass Sportwagen und Luxus keine Gegensätze sein mussten. Auf langen Strecken glänzte er mit Gelassenheit, auf kurvigen Straßen blieb er ein echter Jaguar.
1972 stand der E-Type V12 damit für die Reife einer Legende. Er war kein jugendlicher Rebell mehr, sondern ein majestätischer Auftritt – ein Jaguar, der mit der Zeit gewachsen war und seinen eigenen Mythos mit zwölf Zylindern neu definierte.
Dieser E-Type wurde im März 1972 für die USA produziert, war also noch mit den zierlichen Stoßfängern aus der Pre-US-Sicherheitsära ausgerüstet. Ausgestattet war der Jaguar mit Klimaanlage, Automatik, getönten Scheiben und Speichenrädern, auch das verbaute Motorola Cassettenradio ist auch noch aus dieser Zeit.
Vor knapp zehn Jahren kam es über einen Abstecher nach Deutschland in die Sammlung des Einbringers, auf den Beginn der Restaurierung wartet der Jaguar aber heute noch. Damals lief er und überzeugte mit guter Basis, doch immer wieder kam das Berufsleben in die Quere. Mittlerweile in der Pension angekommen, wird die automobile Leidenschaft nun lieber auf der Rennstrecke als in der Werkstatt ausgelebt und der Jaguar in neue Hände gegeben, die ihm hoffentlich bald wieder neues Leben einhauchen werden.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272