1971 Porsche 911 T 2.4 Targa
- Früher Ölklappen-Targa
- Seit 1984 in Österreich zugelassen
- Dem Zeitgeist entsprechend dezent modifiziert
- Noch heute ein zweifellos stilsicherer Auftritt
Schätzwert
EUR 50.000 – 70.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
9112510016
Motor
6521954
Papiere
Österreichische Einzelgenehmigung von 1984
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Zum Modelljahr 1967 stellte Porsche seinem 911 mit dem 911 S eine deutlich auf Leistung getrimmtes Modell zur Seite. Schon im Folgejahr diversifizierte man weiter. Aus dem Basismodell wurde der 911 T, T für »Touring«, und zwischen T und S fand sich Platz für den L, aus dem im Jahr darauf schon der E wurde. Klingt kompliziert, ist es auch. Einfacher als die Motorauswahl war die Wahl der Karosserieform. Es gab das Coupé und das seit dem Modelljahrgang 1967 gebaute »Sicherheitscabriolet«, für das man mit »Targa« dann doch einen lässigeren Namen fand, der auch der Marketingabteilung leichter über die Lippen ging.
T, E und S wuchsen gemeinsam über die Jahre in Hubraum und Leistung. Anfangs noch mit 2,0-Liter-Motor, war man nach den Werksferien im Sommer 1971 für den Modelljahrgang 1972 bei 2,4 Litern angelangt. Für den 911 T bedeutete das 130 PS in Europa und 140 PS in den USA mit Saugrohr-Benzineinspritzung.
Neu war für 1972 zudem das 915-Fünfganggetriebe, bei dem der erste Gang nun konventionell links oben zu finden war und das Schaltpräzision und Robustheit auf ein neues Niveau hob. Auch der Rest der Technik wurde weiter modernisiert. Mit Einführung der 2.4-Modelle erhielt der 911 ein auf 57 Liter vergrößertes Kunststoff-Benzinreservoir, stärkere Bremsen und detailverbesserte Fahrwerksabstimmungen.
Ein kurioses Kapitel schrieb die Ölklappe: 1972 verlegte Porsche den Öltank vor die Hinterachse, um die Gewichtsverteilung zu verbessern. Der Einfüllstutzen wanderte in den rechten hinteren Kotflügel – und wurde allzu oft mit dem Tankstutzen verwechselt. Die Folge: Benzin im Ölkreislauf, Motorschäden, erboste Kunden und letztlich viel Geld für Kulanzlösungen. Bereits zum Modelljahr 1973 verschwand die Ölklappe wieder – geblieben ist eine der kuriosesten Episoden der 911-Historie.
Dieser 911 T Targa ist ein solches Ölklappenmodell aus dem Modelljahr 1972, als 16. gebauter Targa bestimmt noch im Herbst 1971 ausgeliefert. Wohin genau ist nicht bekannt, jedenfalls holte Margarita Wukovits aus Wiener Neustadt den Porsche im Sommer 1984 nach Österreich. Das alte Farbfoto in der Einzelgenehmigung zeigt einen dunkelpinken Targa, der mit Turboflügel, breiteren Rädern hinten und dazu leicht gezogenen Kotflügeln mit dem Zeitgeist gegangen war. Der Motor war gegen ein 2,2-Liter Aggregat getauscht worden.
Nachdem Frau Wukovits ihren Porsche 1993 abgemeldet hatte, vergingen zwölf Jahre, ehe er vom nächsten Besitzer wieder zugelassen wurde. Dazwischen lag eine Restaurierung des Blechkleids, das, wie Fotos zeigen, ursprünglich hellgelb (117) gewesen war. Den Heckspoiler tauschte er gegen einen RS-Frontspoiler und 2014 zog wieder ein Vergasermotor der korrekten Kubatur aus dem korrekten Jahr ins Heck ein. Im selben Jahr noch kam der Targa in die Sammlung des Einbringers. Der bewegte den Wagen gelegentlich, aber zuletzt immer weniger, weshalb der 911er nun in neue Hände gegeben wird.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272