Lot - 130

1971 Fiat Dino 2400 Spider

Schätzwert / Estimate

€ 110.000 – 140.000

Technische Details / Technical DETAILS

Fahrgestell / Chassis

135BS*0001486*

Motor / Engine

135C000 0007984

Papiere / Documents

Deutsche Zulassungsbescheinigung
Italienische Carta di circolazione (1986)

Auktion / Auction

Ort / Location

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum / Date

17. Oktober 2026

11:00 bis 13:00 und ab 16:00

Besichtigung / Viewing

16. und 17. Oktober 2026

Einer von nur 460 gebauten 2,4-Liter-Spider
Bis 2011 25 Jahre lang bei einer Besitzerin in Rom
Seit 15 Jahren beim aktuellen Besitzer in Deutschland
Regelmäßig von Leo Aumüller gewartet

Als Fiat 1966 den Dino Spider präsentierte, steckte dahinter weniger italienische Lebensfreude als ein ziemlich handfestes Problem aus Maranello. Ferrari wollte mit dem neuen Dino-V6 in der Formel 2 antreten, das Reglement verlangte jedoch einen Motor, von dem innerhalb eines Jahres mindestens 500 Exemplare in einem straßentauglichen Serienmodell gebaut wurden. Für Ferrari allein war das damals eine durchaus sportliche Aufgabe. Also half Fiat.

Das Ergebnis war der Fiat Dino – ein Auto, das den Namen eines Fiat trug, aber einen Motor mit ziemlich prominenter Verwandtschaft unter der Haube hatte. Der von Vittorio Jano konzipierte und maßgeblich von Aurelio Lampredi weiterentwickelte V6 arbeitete auch im Dino 206 GT. Im Fiat leistete der Zweiliter zunächst 160 PS. Verpackt wurde er wahlweise als von Bertone gezeichnetes Coupé oder als ausgesprochen eleganter Spider von Pininfarina.

1969 wurde die Sache gründlich überarbeitet. Der Hubraum wuchs auf 2.418 ccm, die Leistung auf 180 PS. Noch wichtiger war jedoch, was rundherum geschah. Statt des zuvor bei Fiat gefertigten Leichtmetallblocks erhielt der 2,4-Liter einen gusseisernen Motorblock und wurde nun gemeinsam mit den Ferrari-Dino-Motoren in Maranello gebaut. Dazu kam statt der bisherigen starren Hinterachse eine aufwendige Einzelradaufhängung, eng verwandt mit jener des Fiat 130. Außerdem gab es ein neues Fünfgang-Getriebe von ZF mitsamt einer größeren Kupplung, größere Bremsen und breitere Reifen. Der Dino war still und heimlich erwachsen geworden.

Auch schneller war er geworden. Drei Weber-Doppelvergaser versorgten den hochdrehenden 65-Grad-V6, ein Fünfganggetriebe übertrug die Leistung an die Hinterräder. Rund 210 km/h waren möglich. Vor allem aber lieferte der Motor genau jene Geräuschkulisse, die man sich von sechs italienischen Zylindern mit Ferrari-Verwandtschaft erhofft. Zurückhaltung gehörte nicht zwingend zum Lastenheft.

Äußerlich blieb der 2400 Spider erfreulich nahe am ursprünglichen Entwurf. Pininfarina hatte ihm eine lange, flache Motorhaube, ein knappes Heck und eine niedrige Gürtellinie mitgegeben. Keine überflüssige Dekoration, keine bemühten Muskelspiele. Nur gute Proportionen. Die späteren 2,4-Liter-Modelle erkennt der Kenner unter anderem an Details wie dem geänderten Kühlergrill und den neuen Rädern.

Bis 1972 blieb der Dino im Programm. Vom Spider entstanden über beide Motorvarianten hinweg lediglich knapp 1.600 Exemplare, davon nur 460 mit dem 2,4-Liter-Motor. Das machte ihn zum seltensten und gleichzeitig gesuchtesten aller Fiat Dino.

Dieser silberne Dino ist einer von wenigen 2400 Spider. Er wurde im Sommer 1971 erstmals in Rom zugelassen. In der Ewigen Stadt war er auf eine Besitzerin zugelassen, die sich erst 2011 im Alter von 78 Jahren von ihrem Dino trennte. Über einen kurzen Umweg nach Belgien kam der seltene Spider noch im selben Jahr zu seinem jetzigen Besitzer in Bayern.

Um sein Wohlbefinden kümmerte sich fortan jener Mann, der wie kaum ein anderer mit sportlichen Italienern der 1960er- und 1970er-Jahre umzugehen weiß: Leo Aumüller. Zuallererst reparierte Aumüller die originale Dinoplex-Zündanlage. Alles andere wäre Blasphemie. Regelmäßig wurde ihm der Spider zum Service anvertraut, und das spürt man in der Sekunde, in der der famose Motor zum Leben erwacht. In Kombination mit dem Design von Pininfarina ergibt das im Falle dieses Dino 2400 ein Automobil, wie es aufregender und seltener kaum sein könnte!

 

One of only 460 2.4-litre Spiders built
For 25 years with one lady owner in Rome, until 2011
With its current owner in Germany for 15 years
Regularly maintained by Leo Aumüller

When Fiat introduced the Dino Spider in 1966, there was rather less Italian joie de vivre behind it than a very practical problem in Maranello. Ferrari wanted to compete in Formula 2 with its new Dino V6, but the regulations required an engine of which at least 500 examples had been built for a road-going production car within a year. For Ferrari alone, that was quite a sporting challenge at the time. So Fiat helped out.

The result was the Fiat Dino – a car that wore a Fiat badge but had an engine with some rather illustrious relatives beneath its bonnet. Conceived by Vittorio Jano and substantially developed by Aurelio Lampredi, the V6 also powered the Dino 206 GT. In the Fiat, the initial two-litre version produced 160 hp. It came wrapped either in a Bertone-designed coupé or an exceptionally elegant Spider by Pininfarina.

In 1969, the whole affair was thoroughly revised. Capacity increased to 2,418 cc and power rose to 180 hp. More important, however, was what happened around it. In place of the aluminium block previously produced by Fiat, the 2.4-litre received a cast-iron block and was now built in Maranello alongside the Ferrari Dino engines. The previous live rear axle also gave way to sophisticated independent rear suspension, closely related to that of the Fiat 130. There was also a new five-speed ZF gearbox with a larger clutch, bigger brakes and wider tyres. Quietly, the Dino had grown up.

It had become faster, too. Three twin-choke Weber carburettors fed the high-revving 65-degree V6, while a five-speed gearbox sent the power to the rear wheels. Around 210 km/h was possible. More importantly, the engine delivered exactly the sort of soundtrack one might hope for from six Italian cylinders with Ferrari connections. Restraint was not necessarily part of the brief.

Externally, the 2400 Spider remained pleasingly close to the original design. Pininfarina had given it a long, low bonnet, a neat tail and a low waistline. No unnecessary decoration, no contrived displays of muscle. Just good proportions. Those in the know can identify the later 2.4-litre cars by details including the revised grille and new wheels.

The Dino remained in production until 1972. Just under 1,600 Spiders were built across both engine versions, only 460 of them with the 2.4-litre engine. That made it the rarest and, at the same time, the most sought-after of all Fiat Dinos.

This silver Dino is one of those few 2400 Spiders. It was first registered in Rome in the summer of 1971. In the Eternal City it was registered to a lady owner who did not part with her Dino until 2011, at the age of 78. After a brief detour through Belgium, the rare Spider passed that same year to its current owner in Bavaria.

From then on, its wellbeing was entrusted to a man who knows how to look after sporting Italians of the 1960s and 1970s better than most: Leo Aumüller. First things first, Aumüller repaired the original Dinoplex ignition system. Anything else would have been blasphemy. The Spider has been regularly entrusted to him for servicing ever since, and you can feel the benefit from the very second its fabulous engine fires into life. Combined with Pininfarina’s design, it makes this Dino 2400 an automobile that could scarcely be more exciting – or more rare.

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Wolfgang Humer, +43 650 7262524

Reinhard Granner, +43 699 17127272

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