Lot 144

1967 Glas 2600 V8

  • Ursprünglich nach Dänemark ausgeliefert
  • Eines von nur 300 Coupés der ersten Serie
  • Markantes Design von Pietro Frua
  • Umfangreich restauriert

Schätzwert

Erzielter Preis € 85.100

Technische Details

Chassis

602001016

Papiere

Deutsche historische Zulassung

Dänisches Certificat D’Immatriculation von 1979 in Kopie

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

BMW, Mercedes, Porsche – sie prägten Mitte der 1960er-Jahre das deutsche Premiumbild. Und dann war da Glas. Ein Familienunternehmen, ein Landmaschinenhersteller aus Dingolfing, in den Nachkriegsjahren zu Wohlstand und Ruhm gekommen mit Rollern und Klein(st)wagen. Dass ausgerechnet diese Marke plötzlich mit einem V8-Coupé in die Oberliga der Gran Turismo einsteigen wollte, klingt bis heute wie ein Märchen. Und doch: 1966 war er da, der Glas 2600 V8, eingekleidet in eine Karosserie, die Pietro Frua so elegant zeichnete, dass selbst Maserati zweimal hinsah. Bei seinem Debüt auf der IAA wirkte es so, als hätte man die Mailänder Modewoche ins niederbayrische Isartal verlegt.

Die Linien waren klassisch italienisch: eine lange Motorhaube, ein fast fließendes Dach, dazu ein Heck mit graziler Leichtigkeit. Kein deutscher Ernst, keine nüchterne Strenge – der Glas 2600 V8 wirkte, als sei er direkt vom Corso Venezia nach Niederbayern gefahren. Fruas Design war Haute Couture, maßgeschneidert, aufregend, ein wenig fremd in der bayerischen Provinz.

Doch der 2600 hatte nicht nur schöne Kleider, er hatte auch Herz. Unter der Haube schlug ein V8, entwickelt mit viel Ehrgeiz und technischer Raffinesse. 2,6 Liter Hubraum, rund 150 PS, zwei obenliegende Nockenwellen und, für Glas ganz typisch, zwei Zahnriemen, je einer pro Zylinderbank. Kultiviert und laufruhig war der Motor, im Vergleich zum internationalen Mitbewerber fehlte es ihm jedoch an Leistung und er scheiterte denkbar knapp an den 200 km/h. Dafür gab der Glas V8 stilsicher das Bild eines kultivierten Gentleman-Sportlers ab, zurückhaltend statt rauschhaft. Dazu passte die erstmals in einem deutschen Automobil verbaute automatische Niveauregulierung mit Hydromat-Stoßdämpfern von Boge.

Der Innenraum erzählte dagegen von Luxus. Leder, Holz, großzügig geschnittene Sitze – ein Ambiente, das es mit den Großen aufnehmen konnte. Wer sich in München, Paris oder Mailand mit diesem Coupé zeigte, durfte sicher sein, Blicke auf sich zu ziehen. Es war das Prestigeobjekt eines Herstellers, der bislang für Zweckmobilität stand. Und vielleicht genau darin lag sein Reiz: ein kleiner Hersteller, der sich für einen Moment nicht mit der Realität, sondern mit seinen Träumen identifizierte.

Doch Träume haben ihren Preis. Die Entwicklung des Motors, die Fertigung in kleinen Serien, die Zusammenarbeit mit Frua – all das verschlang Unsummen. Kaum mehr als 300 Exemplare entstanden. Und die Käufer blieben rar. Wer damals Geld für ein exklusives V8-Coupé hatte, griff meist gleich zu den Marken mit klingenderem Namen. So blieb der Glas 2600 V8 ein Exot, ein Außenseiter, der mehr bewundernde Blicke als Verkaufsabschlüsse erntete.

1966 war das Abenteuer vorbei. BMW übernahm Glas, und der 2600 V8 lief noch kurze Zeit als „BMW-Glas“ vom Band. Damit war das Kapitel zugleich krönender Höhepunkt und Schwanengesang: das größte, ehrgeizigste und gleichzeitig letzte echte Glas-Automobil.

Heute gilt der 2600 V8 Frua als Rarität, als Zeugnis einer Epoche, in der auch kleine Hersteller noch den Mut hatten, ganz groß zu denken. Er erzählt von Selbstbewusstsein, von Wagemut und einem Hauch Größenwahn. Von Dingolfing aus wollte man die Welt erobern – und wenn es nur für ein paar hundert Automobile war.

Diesen Glas 2600 V8 holte der Einbringer aus Odense zurück in seine bayrische Heimat. In Dänemark, wo es am 31. Dezember 1967 zugelassen worden war, war das elegante Coupé seit 1979 bei einem Besitzer gewesen. In Deutschland angekommen ließ der Einbringer das elegante Coupé für seine Sammlung komplett restaurieren. Als einer der Favoriten in seiner Sammlung, war ihm der große Glas ein besonderes Anliegen. Das kann man zweifelsohne am Ergebnis sehen. Das blaue Coupé zeigt heute wieder eindrucksvoll, welch große Ambitionen seinerzeit hinter dem Projekt standen.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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