1967 Ghia 1500 GT
- Einer von nur 846 gebauten 1500 GT
- Basierend auf der Technik des Fiat 1500
- Bei Ghia in Turin in Handarbeit gebaut
- Wunderschöne Farbkombination
- Umfangreich restauriert
Schätzwert
Erzielter Preis € 48.300
Technische Details
Chassis
116*0346460*
Motor
115005*239300*
Papiere
Deutsche historische Zulassung
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Mitte der 1960er-Jahre hatte man in Turin ein feines Gespür dafür, dass die Welt mehr brauchte als nur nüchterne Fiat-Limousinen. Bei der Carrozzeria Ghia entschloss man sich daher, die Technik des Fiat 1500 in ein eigenes Kleid zu hüllen – eines, das eleganter, schneidiger und deutlich exotischer wirken sollte. Heraus kam der Ghia 1500 GT, ein Coupé, das in der Seitenlinie durchaus an große Gran Turismi erinnerte, auch wenn darunter solide Hausmannskost arbeitete.
Unter der langen Haube saß Fiats Vierzylinder mit 1,5 Litern und knapp 84 PS – keine Offenbarung, aber ausreichend für 170 km/h Spitze. Viel wichtiger als die reinen Zahlen war ohnehin der Auftritt: flaches Dach, dezente Flossenansätze, eine Front mit breitem Chromgrill und eine Heckpartie, die fast schon an Ferrari erinnerte. Der Radstand von Ghias eigenem Chassis war kürzer als jener des Fiat 1500, der Motor rückte weiter nach hinten – das ergab eine nahezu perfekte 50/50-Gewichtsverteilung. Entsprechend agil war das Fahrverhalten der Coupés. Das Cockpit mit seinem elegant gestalteten Armaturenbrett konnte es mühelos mit den großen Sportwagen aus der Emilia Romagna aufnehmen. Turin konnte eben weit mehr als nur Blech pressen.
Doch Schönheit allein macht noch keinen Bestseller. Gebaut wurde der Ghia 1500 GT von 1963 bis 1967, meist in kleinen Serien und viel Handarbeit. Obwohl er preislich auf dem Niveau eines Porsche 356 lag, entstanden insgesamt nur rund 846 Exemplare, in den besten Zeiten gerade einmal vier am Tag. Zu wenig, um ein ernsthafter Konkurrent für die großen Namen zu sein – aber genug, um sich den Ruf einer Rarität zu sichern. Heute sollen weltweit nur noch etwa 70 Stück existieren.
Heute gilt der Ghia 1500 GT als Kuriosität mit Charme: kein Sportwagen im eigentlichen Sinn, eher ein „Gran Turismo light“ – elegant, selten und unverwechselbar italienisch.
Kaum jemand kennt diese Autos besser als unser Einbringer. Er hat bereits eine zweistellige Zahl dieser italienischen Maßanzüge besessen und restauriert. Auch dieses Coupé, das aus Übersee zurück nach Europa kam, wurde unter seiner Aufsicht komplett neu aufgebaut. Der tiefschwarze Lack und das rote Interieur zeigen eindrucksvoll, dass diese Sportwagen weit mehr waren als nur Fiats in hübscherer Verkleidung.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272