Lot 101

1967 Fiat Dino Spider 2000

  • Frühes Modell der ersten Serie
  • Einer von nur 1.163 Zweiliter-Spider
  • Zentralverschlussräder und lackiertes Armaturenbrett
  • In weitgehend unrestauriertem Zustand erhalten
  • Seit über 30 Jahren in Österreich
  • Vom Fachmann gewartet

Schätzwert

Erzielter Preis € 78.200

Technische Details

Chassis

0000163

Motor

0000718

Papiere

Österreichische Einzelgenehmigung

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Die neuen Regularien für die Formel 2, die die FIA 1965 präsentierte und die ab 1967 gelten sollten, stellten Ferrari vor ein grobes Problem. Darin hieß es, dass das Antriebsaggregat nicht mehr als sechs Zylinder haben durfte, bei einer maximalen Kubatur von 1,6 Litern, und dass es von einem Serienfahrzeug abgeleitet sein musste, von dem mindestens 500 Stück innerhalb von zwölf Monaten gebaut wurden. Zwar hatte man einen passenden Motor im eigenen Fundus, aber im Modellprogramm fand sich weit und breit nichts, was den Anforderungen Genüge tun könnte, und vom Dino 206 war gerade erst eine erste Studie präsentiert worden. 

Fiat sollte es richten, und Ferrari wandte sich nach Turin, mit der Idee deren Image mit einem Sportwagen mit entsprechendem Motor ein wenig aufzupolieren. Dort war man mit Blick auf die eigene Modellpalette durchaus davon angetan und vergab gleich zwei Designaufträge. Das Coupé sollte Bertone zeichnen, den Spider Pininfarina. Und tatsächlich konnten die Entwürfe unterschiedlicher nicht sein. Das Coupé war elegant mit fließendem Heck, der Spider aber war dramatisch mit lasziven Kurven. Die kamen wohl nicht von ganz ungefähr, denn Pininfarina hatte schon mit der Studie für Ferraris Dino für viel Aufsehen gesorgt. 

Unter der umwerfenden Hülle steckte besagtes gezähmtes Rennsportaggregat, ein Zweiliter-Leichtmetall-V6 von Ferrari. 160 PS leistete der im Fiat Dino, etwas Reserve behielt sich Ferrari für den eigenen Entwurf noch in der Hinterhand. Zumindest auf dem Papier, denn die Motoren wurden bei Fiat gebaut ohne Rücksicht darauf, ob sie nun nach Maranello geschickt wurden oder in Turin blieben. Den Sprint auf 100 schaffte der Fiat Dino jedenfalls in acht Sekunden, im fünften Gang standen dann über 200 Spitze an. Der Dino machte auch die Umstellung auf den 2,4-Liter Motor mit, zu deren Anlass man beide Modelle gleich einmal gehörig überarbeitete. Ab Dezember 1969 wurden dann beide Versionen in Maranello montiert. 

Bis 1973 entstanden ganze 7.800 Fiat Dinos, ein Viertel davon als Spider. Als im Jahr darauf auch die Produktion von Ferraris Dino auslief, zeigte der famose Motor noch einmal, was in ihm steckte. Da gewann der Lancia Stratos seine erste von drei Rally Weltmeisterschaften. Aber das ist eine andere Geschichte. Und während Fiat den Dino offiziell nie bei Rennen einsetzte, hatte ein 2-Liter Spider seinen Moment of Fame bei den 24 Stunden von Le Mans 1968. Eingesetzt vom französischen Fiat-Abarth Importeur in der Sport Prototypen Klasse (!) erreichte er den 16. Gesamtrang, während beide Ferrari Dino-Prototypen nicht die Ziellinie sahen. 

Dieser Fiat Dino Spider ist eines der ganz frühen gebauten Exemplare, das noch mit den wunderschönen Zentralverschlussrädern und dem hübschen, grau lackierten Armaturenbrett ausgestattet ist. Das seltene bianco duco (212) bringt die außergewöhnlichen Linien des Pininfarina-Design besonders gut zur Geltung und lässt den Dino aus der Masse seiner roten Artgenossen angenehm hervorstehen. Er wurde bereits 1992 nach Österreich importiert und befand sich ab Juni 2000 bei einer Besitzerin in Wien, die ihn bis 2017 behalten würde. In den fast zwei Jahrzehnten nahm sie mit ihrem Spider an zahlreichen Veranstaltungen teil. Anschließend kam der Dino zu seiner nächsten Besitzerin in Oberösterreich und zuletzt zu einem Sammler mit fortgeschrittener Dino-Leidenschaft. 

Der Dino überzeugt heute noch mit Attributen wie seinem weitgehend unrestaurierten Zustand und wurde gerade eben noch vom Fachmann durchgesehen. Es ist der famose Motor aus dem Hause Ferrari und das aufregende Design von Pininfarina eine Kombination wie sie italienischer und schöner nicht sein könnte!

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Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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