Lot 121

1967 BMW Glas 3000 V8

  • Neu ausgeliefert nach Belgien
  • Zweite Serie mit größerem Motor
  • Eines von nur 389 gebauten Coupés
  • Design aus der Feder von Pietro Frua
  • Umfangreich dokumentierte Historie
  • Höchst authentischer Erhaltungszustand
  • Seit fast 15 Jahren beim Einbringer

Schätzwert

EUR 70.000 – 90.000

Technische Details

Chassis

602001584

Papiere

Deutsche Zulassung

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Als Fruas elegantes V8-Coupé 1966 debütierte, arbeitete man in Dingolfing längst am nächsten Schritt: mehr Hubraum für mehr Souveränität. Der Schritt von 2,6 auf knapp 3,0 Liter entstand noch unter Glas-Regie – mit dem markentypischen Zahnriemen-getriebenen OHC-V8, zwei obenliegenden Nockenwellen (eine pro Bank) und der feinen, leichten Bauweise, die das Aggregat so besonders machte.

Mit der Übernahme durch BMW im Herbst 1966 wurde das Projekt nicht neu erfunden, sondern verfeinert. Hatte BMW sein eigenes V8-Kapitel mit dem Auslaufen des 3200 CS 1965 schon geschlossen gehabt, stand man plötzlich mit einem neuen großen Achtzylinder-Coupé da. Detailarbeit an Fahrwerk, Bremsen, Thermik und Interieur schenkten ihm eine etwas hochwertigere Anmutung. Äußerlich blieb Fruas Linie weitgehend unberührt: lange Haube, schlanke Flanken, kurzes Heck. Keine Niere im Grill – der Wagen trug zwar BMW-Embleme, aber keine andersartige stilistische Umetikettierung der Front, lediglich eine neue Nomenklatur als BMW-Glas 3000 V8.

Der 3,0-Liter-V8 leistete rund 160 PS, das Coupé lief nahe 200 km/h und wirkte dabei deutlich gelassener als der 2,6-Liter. Das passte zum Charakter: weniger Show, mehr Gran-Turismo-Souveränität. Unter dem Blech korrigierten die Münchner manche Kinderkrankheit, ohne die Glas-DNA zu verwischen – ein behutsamer Schulterschluss, kein kulturrevolutionärer Eingriff.

Gebaut wurde der 3000 V8 bis Mai 1968 in einer winzigen Stückzahl von 389 Fahrzeugen. Der Preis von 23.850 Mark erschien günstig im Vergleich zum italienischen Mitbewerb, für die breite Masse blieb er dennoch eine unnehmbare Hürde. Er blieb damit ein Exot: zu teuer für die große Serie, gleichzeitig zu individuell. Gleichzeitig war er Weichensteller: Die Kombination aus italienischer Eleganz und bayerischer Feinarbeit zeigte, wohin die Reise für den sportlichen Oberklasse-GT aus Bayern gehen konnte – bevor E9 und Co. das Feld übernahmen.

Heute gilt der BMW-Glas 3000 V8 als rarer Brückenbau zwischen zwei Welten: Glas’ Mut und BMWs Meisterschaft in einem Kleid, das man nicht verbessert, sondern bewahrt hat. Ein Coupé für Kenner – und ein schönes Kapitel Dingolfinger Übergangsgeschichte.

Dieser BMW-Glas 3000 V8 wurde im November 1967 erstmals in Belgien auf den Gerichtssachverständigen Marcel Beernaert aus Izegem zugelassen. Von der Anmeldung existiert noch ein originales Schreiben seines Versicherungsmaklers. Ebenfalls erhalten ist ein technischer Prüfbericht von 1974.

Über die Talbot-Niederlassung »Garage Neirinck Ch.« wurde der gebrauchte Wagen am 17. März 1982 an Herrn Breemans aus Brasschaat verkauft. Der nahm im Zuge des Kaufs mit dem Erstbesitzer Kontakt auf und bat um Informationen zum V8 Coupé.1991 verkaufte er den großen Glas an Leo Wens aus Herent, den dritten und letzten bekannten belgischen Besitzer.

Der Einbringer kaufte das Luxus-Coupé 2011 im Saarland, dem ein Jahr davor in einem Gutachten eine Zustandsnote von 2- bescheinigt worden war. Der Wagen war zwar bereits lackiert worden, präsentiert sich aber bis heute innen noch im Originalzustand. In den letzten fast fünfzehn Jahren wurde der BMW-Glas gehegt und gepflegt und gelegentlich bei Oldtimer-Veranstaltungen eingesetzt. Seine heutige Erscheinung spiegelt den seinerzeitigen Status dieser raffinierten Automobile wider. Sie brachten internationalen Glamour in die bayrische Provinz und der umhüllt sich noch heute.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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