Lot - 206

1966 Porsche 912

Schätzwert / Estimate

EUR 30.000 – 40.000

Ohne Limit / Without reserve

Technische Details / Technical DETAILS

Fahrgestell / Chassis

451464

Motor / Engine

833294

Papiere / Documents

Deutsche historische Zulassung

Auktion / Auction

Ort / Location

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum / Date

17. Oktober 2026

11:00 bis 13:00 und ab 16:00

Besichtigung / Viewing

16. und 17. Oktober 2026

Früher Porsche 912 mit nur drei Armaturen
Ursprünglich in seltenem Emailblau ausgeliefert
Seit zehn Jahren in Deutschland zugelassen
Seither regelmäßig bei Rallyes eingesetzt

Als Porsche 1964 den 911 als Nachfolger des 356 präsentierte, war der Fortschritt beträchtlich – leider auch beim Preis. Nicht jeder bisherige 356-Kunde konnte oder wollte sich den neuen Sechszylinder leisten. Die Lösung stand bereits im Regal: Man kombinierte die moderne Karosserie des 911 mit dem bewährten Vierzylinder des 356.

1965 erschien so der 912. Sein 1,6-Liter-Boxermotor stammte im Wesentlichen aus dem 356 SC und leistete 90 PS. Das waren zwar deutlich weniger als die 130 PS des frühen 911, dafür musste der Vierzylinder auch weniger Gewicht herumschleppen. Vor allem fehlten die zusätzlichen Kilos des Sechszylinders ganz hinten, was dem 912 eine ausgewogene Gewichtsverteilung und ein ausgesprochen gutmütiges Fahrverhalten bescherte. Weniger war hier also nicht zwangsläufig schlechter.

Auch beim Preis ergab das Konzept Sinn. Der 912 kostete erheblich weniger als der 911 und ermöglichte Porsche damit einen sanfteren Übergang vom 356 in die neue Modellgeneration. Optisch musste sein Besitzer kaum Abstriche machen. Wer nicht gerade Typenschilder studierte oder Zylinder zählte, sah zunächst einfach einen neuen Porsche.

Wie beim 911 wurde der 912 laufend weiterentwickelt. 1967 kam der Targa hinzu, zum Modelljahr 1969 erhielt auch er den verlängerten Radstand. Zu diesem Zeitpunkt rückte allerdings bereits der gemeinsam mit Volkswagen entwickelte 914 näher. Nach rund 30.000 gebauten Exemplaren endete die erste Karriere des 912 deshalb 1969.

Gerade seine vermeintliche Schwäche ist heute seine Stärke. Der 912 ist leichter, unkomplizierter und näher am Charakter des 356 als sein sechszylindriger Bruder. Er war nie der Porsche für den Stammtisch. Dafür vielleicht jener für die kurvige Straße.

Dieses Porsche 912 Coupé stammt ursprünglich aus den USA und wurde 1966 laut seines Karosserieschilds in der A-Säule in seltenem Emailblau (6403) gebaut. Jahre später fand der 912 seinen Weg zurück nach Europa. Seit 2016 ist der Porsche in Deutschland zugelassen.

Zum reinen Sammlerstück wurde er hier allerdings nicht. Sein Besitzer nutzte den 912 regelmäßig und durchaus so, wie es seinem Charakter entspricht. Unter anderem nahm das Coupé an Oldtimer-Rallyes teil und sammelte dabei nicht nur Veranstaltungskilometer, sondern durfte auch zeigen, weshalb der kleine Vierzylinder unter den frühen Porsche bis heute seine Freunde hat. Mit weniger Gewicht im Heck und überschaubaren 90 PS verlangt er schließlich weniger nach langen Geraden als nach Straßen, auf denen ein handlicher Porsche seine Qualitäten ausspielen kann.

Entsprechend präsentiert sich dieser frühe 912 heute als tatsächlich gefahrener Klassiker und nicht als jahrzehntelang behütetes Ausstellungsstück. Seine amerikanische Vergangenheit gehört ebenso zu seiner Geschichte wie die seit 2016 nachvollziehbare Zeit in Deutschland und die Rallyeeinsätze der vergangenen Jahre.

Vielleicht passt gerade das besonders gut zum 912. Er war nie der Porsche für große Zahlen oder eindrucksvolle Leistungsdaten. Dafür war er leicht, unkompliziert und ausgesprochen fahraktiv. Dieses Exemplar durfte genau das auch tatsächlich sein: ein Porsche zum Fahren.

 

 

 

 

Early Porsche 912 with just three instruments
Originally delivered in rare Enamel Blue
Registered in Germany for the past ten years
Regularly used on classic rallies since then

When Porsche introduced the 911 as the successor to the 356 in 1964, the step forward was considerable – unfortunately, so was the price. Not every existing 356 customer could or wanted to stretch to the new six-cylinder model. The solution was already sitting on the shelf: combine the modern body of the 911 with the proven four-cylinder engine from the 356.

Thus, in 1965, the 912 appeared. Its 1.6-litre boxer engine was essentially derived from that of the 356 SC and produced 90 hp. That was considerably less than the 130 hp of the early 911, but then the four-cylinder also had less weight to carry around. Most importantly, the extra kilos of the six-cylinder were missing from the very rear, giving the 912 balanced weight distribution and notably benign handling. Less, in this case, was not necessarily worse.

The concept made sense financially too. The 912 cost considerably less than the 911 and allowed Porsche to make the transition from the 356 to its new model generation rather more gently. Visually, its owner had to make few concessions. Unless one happened to study badges or count cylinders, what one saw was simply a new Porsche.

Like the 911, the 912 was continually developed. The Targa joined the range in 1967, while for the 1969 model year it too received the longer wheelbase. By then, however, the jointly developed Volkswagen-Porsche 914 was already approaching. After around 30,000 examples had been built, the 912’s first career therefore came to an end in 1969.

Today, what once appeared to be its weakness is precisely its strength. The 912 is lighter, simpler and closer in character to the 356 than its six-cylinder brother. It was never the Porsche for boasting about at the pub. It may, however, have been the better one for a winding road.

This Porsche 912 Coupé originally came from the USA and, according to the body plate on its A-pillar, was built in 1966 in rare Enamel Blue (6403). Years later, the 912 found its way back to Europe. The Porsche has been registered in Germany since 2016.

Here, however, it did not become a mere collector’s piece. Its owner used the 912 regularly and very much in keeping with its character. Among other things, the Coupé took part in classic rallies, accumulating not merely event mileage but also demonstrating why the little four-cylinder continues to have such a loyal following among enthusiasts of early Porsches. With less weight at the rear and a manageable 90 hp, it has less need for long straights than for roads on which a nimble Porsche can make the most of its qualities.

Accordingly, this early 912 presents today as a classic that has actually been driven rather than cosseted for decades as a display piece. Its American past is as much part of its story as its documented life in Germany since 2016 and its rally outings of recent years.

Perhaps that suits the 912 particularly well. It was never the Porsche for big numbers or impressive power figures. Instead, it was light, uncomplicated and thoroughly engaging to drive. This example has actually been allowed to be exactly that: a Porsche for driving.

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Wolfgang Humer, +43 650 7262524

Reinhard Granner, +43 699 17127272

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