Lot 139

1965 Steyr-Puch 650 T(R)

  • Ein Stück österreichische Automobilgeschichte
  • Auf Basis eines 650 T zum TR umgebaut
  • Alle Umbauten offiziell eingetragen
  • Größter Fahrspaß im Kleinformat
  • Bestens dokumentierte Historie
  • Matching Numbers

Schätzwert

Erzielter Preis € 26.000

Technische Details

Chassis

5047722

Motor

5160657

Papiere

Deutsche Zulassung
Deutscher Fahrzeugbrief von 1972

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Anstatt eigene Autos zu bauen, importierte man bei Steyr-Daimler-Puch lieber Fiats aus Italien, um sie dann als Steyr-Fiat verkaufen zu können. Während im großen Nachbarland reihenweise Rollermobile schon aus den Fabriken rollten, ließ man in Steyr Erich Ledwinka jun., Sohn von Hans Ledwinka,  gemächlich ein paar Prototypen bauen. Ein 2-Liter Motor mit 5-Gang Getriebe, den man in den Fiat 1400 einbaute, blieb zunächst der erste vorsichtige Versuch österreichischer Ingenieurskunst. 

Als Fiat im Sommer 1957 den neuen Cinquecento brachte, hatte man in Graz auf einen Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor aus der Feder von Hans Erich Ledwinkas Entwurf in der Schublade. Nur drei Monate nach Fiat begann in Graz die Produktion des Steyr-Puch 500 Modell Fiat. Die Presse war voll des Lobes und endlich hatte Österreich wieder ein eigenes Automobil, also fast.

1959 bekam der Puch 500 die erste Rundumerneuerung und mit dem 500 D und dem 500 DL präsentierte man gleich zwei neue Modelle. In beiden Fällen stand das D für Dach, in anderen Worten, das große Rolldach war passé und wurde zur Sonderausstattung degradiert. Dafür konnten mit dem festen Dach hinten nun auch Erwachsene aufrecht sitzen. Auch 1960 gab es einige Neuerungen im Hause Puch. Die italienischen Hüllen bekamen eine neues Frontblech und anstelle der bei Puch ohnehin zur Zierde verkommenen Lüftungslöcher saßen nun runde Blinker, an den Kotflügeln hingegen nur noch kleine, runde Blinkerchen. Die Passagiere im Fond konnten dank Dach nicht nur aufrecht sitzen, sondern hatten dank neuer Fußmulden nicht länger die Knie zwischen den Ohren.

1962 präsentierte Puch einen Nachfolger für den DL, den 650 T. Schon sein Name verriet das Wesentliche an ihm, nämlich mehr Hubraum. Aus 643 ccm kamen 19,8 PS und dazu gab es bessere Bremsen und eine bessere Vorderachse. Innen wurde das Armaturenbrett aufgewertet, unter anderem gab es nun sogar einen Aschenbecher. Mit dem 650 T war eine Basis für den Motorsport geschaffen, die man ab 1964 mit dem TR dann auf die Spitze trieb. Der 650 T blieb bis 1968 im Programm, machte also 1966 auch die Umstellung auf die neue Karosserie mit den vorne angeschlagenen Türen noch mit.

1972 übersiedelte Elisabeth Hecht aus Salzburg der Liebe ins bayrische Ruhpolding. Ihr Puch 650 T, den sie 1969 gebraucht erworben hatte, kam natürlich mit. Bis in die 1980er blieb der kleine Steirer im selben Landkreis angemeldet, danach wurde er weggestellt.

Jahrzehnte später tauchte er bei einem Fiat-Händler in derselben Gegend auf, allerdings nach etwas Zuwendung verlangend. Von einem Kenner seines Fachs bekam er mehr als das. Der 650 T wurde nicht nur liebevoll wieder auf Vordermann gebracht, sondern bis ins Detail zum 650 TR aufgerüstet. Als er 2013 wieder zugelassen wurde, wurden die Umbauten natürlich ganz offiziell eingetragen. Das kleine Geschoß durfte seine Qualitäten bei so mancher sportlicher Veranstaltung zeigen, wurde zumeist aber verhätschelt und gepflegt. Selbstredend wurde erst kürzlich wieder die TÜV-Prüfung mit Bravour absolviert. Seine Fahrleistungen lassen einen mit sprachlosem Grinsen zurück und seine Erscheinung lässt ihm überall die Herzen zufliegen – ein Puch eben, und ein schneller noch dazu!

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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