1965 Lancia Flavia 1,8 Berlina
- Frühe Flavia Berlina der ersten Serie
- Ein Meilenstein des technischen Fortschritts
- In ganz außergewöhnlichem Zustand erhalten
- Aus der Sammlung eines Marken-Kenners
- Absolutes Ausnahmeexemplar
Schätzwert
EUR 10.000 – 15.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
815.300*005462*
Papiere
Österreichische Einzelgenehmigung (historisch)
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Als Lancia 1960 die Flavia vorstellte, brach die Marke mit alten Konventionen. Erstmals setzte ein italienischer Hersteller in der Mittelklasse auf Frontantrieb, eine Entscheidung von Konstrukteur Antonio Fessia, die den Wagen zu einem technischen Wegbereiter machte.
Die viertürige Berlina trug ein sachlich-strenges Kleid von Pininfarina. Keine überflüssigen Zierlinien, klare Flächen, aufrechte Proportionen – Eleganz aus Rationalität geboren. 1963 erschien die auf 1,8 Liter vergrößerte Version mit 92 PS starkem Boxer-Vierzylinder. Laufruhig, kompakt, kultiviert – und stark genug, um den 1,2 Tonnen schweren Wagen souverän auf Landstraße und Autobahn zu bewegen.
Besonders eigenständig präsentierte sich das Armaturenbrett der frühen Serie. Statt klassischer Rundinstrumente gab es einen Bandtacho, flankiert von rechteckigen Anzeigen, und darunter die berühmte Klaviatur-Leiste von Schaltern – wie Orgelregister, sachlich angeordnet, zugleich eigenwillig und typisch Lancia. Ein Cockpit, das eher an ein wissenschaftliches Instrumentenpult erinnerte als an ein Auto, und damit perfekt zum avantgardistischen Anspruch passte.
Fahrdynamisch setzte die Flavia Maßstäbe: Scheibenbremsen an allen vier Rädern, präzise Lenkung und aufwendige Radaufhängungen machten sie zu einer der modernsten Limousinen ihrer Zeit. Sie sprach weniger den Sportwagenfahrer an, als die intellektuelle Klientel, die in der Flavia die gelassene, kultivierte Alternative sah.
Heute steht die Flavia 1.8 Berlina der ersten Serie für eine Ära, in der Lancia technische Avantgarde mit eigenwilligem Design verband.
Diese Flavia 1.8 Berlina stammt unverkennbar aus der heute selten gewordenen ersten Serie, sofort erkennbar an der durchgehenden Sitzbank, der Lenkradschaltung in dem eigentümlichen Armaturenbrett. Seinerzeit zugelassen in Mantua holte 2012 ein Kenner der Marke die Flavia nach Österreich und ließ sie hier zu. Ihr Erhaltungszustand ist nicht weniger als beeindruckend. Das Interieur wirkt nach über sechs Jahrzehnten nahezu unberührt. Der Motor läuft seidenweich und die vier Scheibenbremsen packen kräftig zu.
Hier präsentiert sich eine Limousine für Kenner – extrovertiert in der Konstruktion, überraschend eigenwillig im Detail, unverkennbar ein Lancia und in einem Erhaltungszustand, wie es kaum eine zweite geben wird.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272