Lot 95

1963 Renault R4L Alfa Romeo

  • Produkt französisch-italienischer Kooperation
  • Einer von nur 41.809 in Italien gebauten R4
  • Weitgehend unrestauriert erhalten
  • Rundum charmant patiniert

Schätzwert

Erzielter Preis € 11.270

Technische Details

Chassis

ARR3785205

Motor

458650

Papiere

Italienische Carta di circolazione von 1963

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Der Renault 4, 1961 vorgestellt, war die französische Antwort auf Europas Hunger nach bezahlbarer Mobilität: simpel, praktisch, mit Frontantrieb und großer Heckklappe. In Frankreich entwickelte er sich rasch zum Bestseller. Doch in Italien stand Renault vor einer Hürde: hohe Importzölle und eine Regierung, die die heimische Industrie schützen wollte.

Die Lösung war eine Kooperation mit Alfa Romeo. Das Staatsunternehmen verfügte über Werke, die ausgelastet werden mussten, und war offen für Montageaufträge. So begann 1963 im Werk Pomigliano d’Arco bei Neapel die Fertigung des R4L als „Renault R4 costruzione Alfa Romeo“. Äußerlich blieb die bekannte Renault-Raute erhalten, lediglich die Typenschilder verrieten die italienische Herkunft.

Technisch blieb der kleine Franzose unverändert: 845-ccm-Vierzylinder mit rund 26 PS, dazu die robuste, einfache Technik, die ihn überall in Europa so beliebt machte. Kleinere Unterschiede gab es nur in Ausstattung und Details für den italienischen Markt.

Bis 1968 entstanden rund 41.809 Fahrzeuge dieser Liaison. Für Alfa war es eine Möglichkeit, Produktionskapazitäten zu nutzen, für Renault die Eintrittskarte in einen Markt, der ansonsten fest in Fiat-Hand war. Dasselbe Prinzip wandte man später auch bei der Dauphine an.

Heute wirken die italienischen R4 wie eine Randnotiz, tatsächlich erzählen sie jedoch viel über die Wirtschaftspolitik jener Zeit: ein Renault im Herzen, italienisch auf dem Papier – und ein Beispiel dafür, wie sich Hersteller mit kreativen Lösungen über Zollschranken hinwegsetzten.

Dieser R4L in der Farbe „Bleu Île de France“ stammt aus diesem Kapitel französisch-italienischer Kooperation. Laut originalem Libretto wurde er am 18. März 1963 in Brescia erstmals zugelassen. 1967, 1981 und 2004 sind darin Besitzerwechsel vermerkt. 2005 ließ der letzte Halter, Jahrgang 1937, den Wagen ins ASI-Register eintragen. Noch heute präsentiert sich der kleine Grenzgänger höchst authentisch und original erhalten, mit charmanter Patina. 2019 kam er aus letzter Hand nach Deutschland in die Sammlung des Einbringers. 2021 bestand er die TÜV-Vollabnahme mit Bravour, wurde jedoch nicht mehr angemeldet. Vor einer Wiederinbetriebnahme empfiehlt sich daher ein prüfender Blick.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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