1963 Morris Oxford
- Britische Alltagskultur in Automobilform
- Als Neuwagen in Salzburg ausgeliefert
- Bis heute nur zwei Besitzerfamilien
- Im unrestaurierten Zustand
- Charmante Patina
Schätzwert
EUR 5.000 – 8.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
M/HS6DL-115376
Motor
16AMWUH-131583
Papiere
Österreichischer Typenschein – historisch zugelassen
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Die Marke Morris stand im Nachkriegsengland für das, was Volkswagen in Deutschland verkörperte: solide, bezahlbare Autos für jedermann. Ab 1954 lief die Oxford-Baureihe, technisch schlicht, aber millionenfach auf den Straßen des Empire vertreten. 1959 folgte die Serie V, ein Kind der Fusion von Austin und Morris zur British Motor Corporation.
Der 1963 gebaute Oxford gehört zu dieser Generation, der sechsten des Oxford. Seine Karosserie hatte Pininfarina schon 1959 für die fünfte Serie entworfen – sachlich, klar, mit Anklängen an italienische Linienführung, die der biederen Mittelklasse einen Hauch Eleganz verlieh. Unter der Haube arbeitete ein 1,6-Liter-Vierzylinder, der 59,5 PS leistete. Keine Zahlen für Rekorde, aber ausreichend für 125 km/h Spitze – Tempo genug für die britische Landstraße.
Technisch blieb der Oxford konservativ: Leiterrahmen, Starrachse, Trommelbremsen. Dafür bot er Platz für fünf Erwachsene, einen Kofferraum von beachtlicher Größe und die Gewissheit, mit wenig Wartung auszukommen. Gerade im Export war er erfolgreich – als Hindustan Ambassador fuhr fuhr etwa der Mk III als Lizenzbau in Indien noch bis ins 21. Jahrhundert.
Der Oxford war kein Auto, das man kaufte, um aufzufallen, zumindest nicht in seiner Heimat. Er war das Rückgrat britischer Mobilität: zuverlässig, unspektakulär, erschwinglich. Und doch trägt er heute, aus der Distanz von sechs Jahrzehnten, einen gewissen Charme. Seine klare Linienführung, der spartanische Innenraum und die ehrliche Technik erzählen von einer Epoche, in der Vernunft und Anspruch sich noch die Waage hielten.
Wer seinerzeit in Österreich einen englischen Morris fuhr, muss allerdings ein besonderer Charakter gewesen sein, der ein Statement setzen wollte. Ein solcher Individualist war scheinbar Karl Beitter, der seinen neuen Oxford am 2. Mai 1963 auf seine Firma in Salzburg Stadt zuließ. Bis zum 26. August 1974 blieb der Morris auf ihn angemeldet. Es sollte bis zum 1. Oktober 1992 dauern, ehe der Morris auf seinen zweiten Halter, den Vater der Einbringerin zugelassen wurde.
Die lange Standzeit lag nicht etwa am Zustand des Morris, denn der präsentiert sich heute noch unrestauriert, höchst authentisch und mit charmanter Patina, vielmehr daran, dass Karl Beitter Betreiber einer Garage war und Platz hatte den Morris, den er nicht mehr fuhr, einfach abzustellen. Seit 2007 ist der Morris, der sein ganzes Autoleben in Salzburg verbracht hat, auf die Tochter des zweiten Besitzers angemeldet und wird nun schweren Herzens in neue Hände gegeben.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272