Lot 120

1963 Maserati 3500 GTi Sebring

  • Einer von nur 348 Sebring der erste Serie
  • Ausgeliefert an eine Besitzerin in der Toskana
  • Über Jahre umfangreich restauriert
  • Mit Zertifikat von Maserati
  • Matching Numbers

Schätzwert

Erzielter Preis € 149.500

Technische Details

Chassis

AM101*01747*

Motor

AM101*01747* (Interno 1713)

Papiere

Österreichische Einzelgenehmigung (historisch)
Deutsche historische Zulassung
Zertifikat von Maserati

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

In den 1950er Jahren gewann Maserati Rennen und Weltmeisterschaften. Mit Prestige ließ sich jedoch kein Geld verdienen und auch nicht mit Einzelstücken, die man für betuchte Kunden baute. Ein Serienmodel, das sich verkaufen ließ, musste her um das Überleben der Firma zu sichern. 1957 präsentierte man mit dem von Touring nach dem Superleggera-Prinzip einkleideten 3500 GT die erhoffte Lösung des Problems. Und tatsächlich konnte man schon Anfang der 1960er dreistellige Stückzahlen erreichen. Ab 1960 gab es von Vignale einen offenen Spyder, gezeichnet von Giovanni Michelotti.

Doch auch die Konkurrenz schlief nicht und erkannte das Potenzial zunehmenden Wohlstands. Aston Martin brachte den DB4, Ferrari setzte mit dem 250 GT den Maßstab und Jaguar schockierte die ganze Welt mit seinem E-Type. Der sah nicht nur ganz anders aus, er war auch deutlich günstiger und dabei nicht minder schnell. Die Stückzahlen, die Jaguar in den USA absetzte, ließ den Mitbewerb vor Neid erblassen.

Maserati war da bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für den 3500 GT. Auf Basis des gekürzten Fahrgestell des Spyders durfte wiederum Vignale zeigen, dass man ein Stück weit extrovertierter oder mutiger als die Kollegen von Touring oder Pininfarina war. Der neue 3500 GTI (I für die englische Iniezone von Lucas) war kompakter und graziler als sein Vorgänger, wirkte aber auch deutlich moderner, geradliniger und schneller. Die Doppelscheinwerfer gaben ihm ein völlig neues, unverkennbares Gesicht, die Gürtellinie war höher und die Dachlinie flacher. Unter seiner Haube steckte weiterhin der bewährte Motor mit Doppelzündung, der seine Wurzeln im Rennsport hatte. Geschaltet wurde mit einem Fünfgang-Getriebe von ZF. 

Im Frühjahr 1962 präsentierte man in Genf einen Prototypen, in Turin folgte im Herbst dann der fertige Wurf. Weil man das Heil in der Neuen Welt suchen wollte, gab man ihm den Namen einer der bekanntesten Rennstrecken in Florida, auf der auch schon die eigenen Rennwägen reüssiert hatten: Sebring.

Ein erster US-Journalist beschrieb den neuen Maserati 3500 GTI Sebring als “ultra high performance luxury two-seater“. Die Rücksitzbank nahm man in Amerika offensichtlich nicht als solche wahr, er lobte die leicht zu beherrschenden Fahreigenschaften und die beeindruckenden Fahrleistungen. Immerhin war er gut 230 km/h schnell!

Die großen Hoffnungen erfüllten sich indes für Maserati nicht. In sechs Jahren entstanden nur gut 600 Exemplare. Im März 1965 stellte man eine zweite Serie vor, erst mit 3,7-Liter Hubraum und später gar mit 4 Litern und einem überschaubaren Mehr an Leistung. Der Ur-Entwurf von Vignale wurde jedoch mit neuem Scheinwerferdesign und nun horizontalen Rückleuchten verwässert, weshalb heute die Sebrings der ersten Serie als die schönsten und begehrtesten gelten.

Dieser Maserati Sebring wurde gemäß vorliegendem Zertifikats am 26. April 1963 bestellt und relativ rasch, nämlich am 17. Juli 1963, an die Niederlassung »Garage Indipendenza« in Florenz ausgeliefert. Erste Besitzerin war eine gewissen Eda Cosetta Michelagnoli in Prato in der Toskana.

Der Maserati kam später nach Deutschland, wo er um 2005 umfangreich restauriert wurde. Sämtliche Arbeiten wurden mit Fotos dokumentiert und die Qualität spricht auch heute noch für sich. Hier wurde weder an Mühen noch Material gespart, wie die Karosserie und das Interieur entsprechend zur Schau stellen.

Sein nächster Besitzer in Österreich schickte sich an den Maserati noch einmal zu verbessern. Insgesamt an die 60.000 Euro investierte er  in die Mechanik, damit sein Schmuckstück auch zuverlässig bei jeder Gelegenheit Freude bereitet. Kernstück war ein neues, originales Getriebe, doch weder Motor, noch Fahrwerk, Bremsen oder Vergaser wurden ausgespart. Letztere versehen anstelle der leidigen Lucas-Einspritzung ihren Dienst, was keinesfalls unüblich ist, denn Generationen von Mechanikern hat die Einspritzung an den Rande des Wahnsinns getrieben. Neben tadelloser Funktion garantieren die großen Weber auch einen entsprechenden Klang und satte Leistung. 2019 kam er in die Sammlung unseres Einbringers. Der erfreute sich mehr am Anblick dieses Kunstwerks auf Rädern als dass er damit fuhr. Fünf Jahre später kann vielleicht ein kleines Service nicht schaden, der Sechszylinder weiß beim Anlassen jedoch auf Anhieb zu überzeugen.

So wird dieser Sebring, wie er heute vor uns steht, auch beim Fahren dem gerecht was er sein soll. Ein grenzenlos aufregendes und faszinierendes Stück italienischen Sportwagenbaus!

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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