1962 Jaguar E-Type 3.8 Litre Open Two Seater
Schätzwert / Estimate
EUR 110.000 – 140.000
Technische Details / Technical DETAILS
Fahrgestell / Chassis
875876
Motor / Engine
R 2108-9, Zylinderkopf R 5160-9
Papiere / Documents
Österreichische Einzelgenehmigung (historisch)
Deutsche historische Zulassung
Auktion / Auction
Ort / Location
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum / Date
17. Oktober 2026
11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing
16. und 17. Oktober 2026
Ab Werk ganz in Schwarz gehalten
Der 792. linksgelenkte Flat floor Roadster
Vor Jahren umfangreich restauriert
Beeindruckende Erscheinung
Ende des Jahres 1956 verkündete Jaguar-Eigentümer William Lyons das Ende des Werksrennteams, womit plötzlich auch ein Experimental Car der Versuchsabteilung, das dem D-Type nachfolgen sollte, vor einer ungewissen Zukunft stand. Lyons war Geschäftsmann und sah, wie andere Hersteller sich mit der Rennfahrerei übernahmen.
Ohne den Druck, einen Rennwagen für das kommende Jahr auf die Räder stellen zu müssen, begann Malcolm Sayer, den Versuchswagen in Richtung eines zivilen Sportwagens zu überarbeiten. Schon Mitte Mai 1957 drehte Chefingenieur William Heynes erste Testrunden mit dem E1A (Experimental Type 1 Aluminium), bevor Testfahrer Norman Dewis damit auf die Teststrecke von MIRA ging.
Bevor E1A Ende 1958 verschrottet wurde, nahm man noch dessen Form ab und modifizierte sie für einen Radstand von sieben Fuß. Innerhalb einer Woche wurde aus einem rollenden Modell mit zusammengenieteter Karosserie ein fahrendes Auto. Zur selben Zeit entstand ein Chassis mit der Nummer 850001, und im Juni 1959 war ein erster richtiger Prototyp des E-Type fertig und mit Norman Dewis auf MIRA unterwegs. Im Juli 1960 waren bereits vier Prototypen gebaut, zwei Open Two-Seater und zwei Fixed Head Coupés. Erstere stammten allein aus der Feder von Malcolm Sayer, das Formmodell des geschlossenen E-Type hatte hingegen Bob Blake gebaut, Sayer brachte es anschließend zu Papier.
Im Februar 1961, die Prototypen waren bereits verschrottet, waren drei E-Types in ihrer finalen Form fertig: ein Roadster und zwei Coupés. Während man den Roadster an die Presse verlieh, gingen die beiden Coupés nach Genf zum Automobilsalon. Am 15. März 1961 präsentierte William Lyons den E-Type einer staunenden Öffentlichkeit. Das Aufsehen um die beiden Jaguar war derart groß, dass man umgehend Norman Dewis mit dem Presse-Roadster nach Genf beorderte. Einen Monat später sorgten die E-Types in New York für dieselbe Sensation. Innerhalb von 30 Minuten waren sechs Wagen verkauft, und während der Messe gingen 2.000 Bestellungen ein.
Im Vergleich zur Konkurrenz von Ferrari oder Mercedes war der E-Type nicht nur schneller, sondern auch deutlich günstiger – und er sah einfach aufregend schön aus. Der 3,8-Liter-Motor, den man schon aus dem stärksten XK kannte, leistete 265 PS und machte den E-Type unglaubliche 240 km/h schnell. Dank Einzelradaufhängung war er bei dieser Geschwindigkeit auch entsprechend sicher unterwegs.
William Lyons war schnell bewusst, was ihm da gelungen war, doch daheim in England kämpfte man mit den überforderten Kapazitäten, die es zuallererst auszubauen galt. Gleichzeitig begann man bei Jaguar schon damit, dem E-Type erste kleine Kinderkrankheiten abzugewöhnen. Eine der ersten Verbesserungen waren Verschlüsse für die endlos lange Motorhaube im Inneren des Wagens. Bald darauf folgten neue Fußmulden für Fahrer und Beifahrer, die die Sitzposition komfortabler machten.
Dieser Jaguar E-Type wurde am 27. Oktober 1961 an Jaguar Cars, New York, ausgeliefert. Gemäß Jaguar Heritage Trust Certificate war der Roadster am 12. Oktober 1961 ganz in Schwarz gebaut worden: schwarzer Lack, schwarzer Leder, schwarzes Verdeck. Gemäß senier Fahrgestellnummer handelt es sich bei diesem Wagen laut Zertifikat um den 762. gebauten linksgelenkten Roadster. Als superfrühes Exemplar ist dieser E-Type ein Flat-Floor-Modell, das über die Haube mit den „Welded Louvres“ verfügt.
Im August 1991 wurde der Jaguar bei der Rick Cole Auction in Monterey versteigert. In der Versteigerungsbeschreibung hieß es: „restoration on rustless Colorado car“. Ein Fotoalbum über die Restaurierung dieses Jaguars zeigt den Wiederaufbau ausgehend von der leeren Karosserie, mit frisch überholter Mechanik und neuem Innenraum. Der getätigte Aufwand imponiert. Auf der vorliegenden Versicherungspolizze vom 12. August 1991 sind 88.582 Meilen angegeben. Die geringe Laufleistung und die Farbkombination waren letztlich wohl auch der Grund für die aufwendige Restaurierung.
Da auf dem Title von 1993 erneut dieselbe Laufleistung Meilen angegeben wurde, ist davon auszugehen, dass der Eigentümer aus Pennsylvania mit dem Prachtstück nicht fuhr. 2014 wechselte der Roadster nochmals den Besitzer, ehe er Ende 2020 nach Österreich verkauft wurde. Auf der Suche nach einem frühen E-Type mit rundherum interessanten Parametern war der Einbringer seinerzeit bei einem Händler in New York auf diesen Open Two-Seater gestoßen.
Er ließ in der Zwischenzeit einen großen Kundendienst ausführen und erneuerte die Reifen. Erst rund 16.000 Meilen ist der Jaguar seit der Restaurierung gelaufen. Noch immer lässt sich die Begeisterung der letzten Eigentümer vollends nachvollziehen.
Dass der Einbringer noch immer von seinem Jaguar überzeugt ist, zeigt sich daran, dass er angeboten hat, unmittelbar nach der Auktion österreichische oder deutsche Fahrzeugpapiere mit frischer Überprüfung ausfertigen zu lassen, sodass der Käufer das Auto zulassungsfertig übergeben bekommt, egal auf welcher Seite der Grenze er wohnt. Frisch geprüft ist halb gewonnen, der ganze Gewinner wird der der glückliche neue Besitzer sein.
Finished entirely in black from new
The 792nd left-hand-drive Flat-Floor Roadster
Extensively restored some years ago
Impressive presence
At the end of 1956, Jaguar owner William Lyons announced the withdrawal of the works racing team, suddenly leaving an Experimental Car in the development department, intended as a successor to the D-Type, facing an uncertain future. Lyons was a businessman and had seen other manufacturers overstretch themselves with motor racing.
Without the pressure of having to put a racing car on the grid for the following season, Malcolm Sayer began developing the experimental car in the direction of a road-going sports car. By mid-May 1957, chief engineer William Heynes was already putting the E1A (Experimental Type 1 Aluminium) through its first test runs before test driver Norman Dewis took it to the MIRA proving ground.
Before E1A was scrapped at the end of 1958, a mould was taken from its body and modified for a seven-foot wheelbase. Within a week, a rolling model with a riveted-together body had become a running car. At around the same time, a chassis numbered 850001 was created, and by June 1959 the first proper E-Type prototype was complete, with Norman Dewis putting it through its paces at MIRA. By July 1960, four prototypes had been built, two Open Two-Seaters and two Fixed Head Coupés. The former were entirely the work of Malcolm Sayer, while the full-size styling model for the closed E-Type had been built by Bob Blake and subsequently translated onto paper by Sayer.
By February 1961, with the prototypes already scrapped, three E-Types in their final form were ready: one Roadster and two Coupés. While the Roadster was lent to the press, the two Coupés were sent to the Geneva Motor Show. On 15 March 1961, William Lyons presented the E-Type to an astonished public. The sensation caused by the two Jaguars was so great that Norman Dewis was immediately ordered to drive the press Roadster to Geneva. A month later, the E-Types caused much the same sensation in New York. Six cars were sold within 30 minutes, and 2,000 orders were taken during the show.
Compared with its rivals from Ferrari or Mercedes, the E-Type was not only faster but considerably less expensive – and it simply looked sensational. The 3.8-litre engine, already familiar from the most powerful XK, produced 265 hp and propelled the E-Type to an incredible 240 km/h. Thanks to independent suspension, it also remained reassuringly composed at such speeds.
William Lyons quickly realised what Jaguar had created, but back home in England the company was struggling with production capacity that first had to be expanded. At the same time, Jaguar was already beginning to cure the E-Type of its first little teething troubles. Among the earliest improvements were internal catches for that seemingly endless bonnet. New footwells for driver and passenger soon followed, making the seating position more comfortable.
This Jaguar E-Type was delivered to Jaguar Cars, New York, on 27 October 1961. According to its Jaguar Heritage Trust Certificate, the Roadster had been built on 12 October 1961 entirely in black: black paintwork, black leather and a black hood. According to its chassis number, the certificate identifies this car as the 762nd left-hand-drive Roadster built. As a very early example, this E-Type is a Flat-Floor model and also features the sought-after bonnet with “Welded Louvres”.
In August 1991, the Jaguar was auctioned by Rick Cole in Monterey. The catalogue description stated: “restoration on rustless Colorado car”. A photographic album documenting the restoration shows this Jaguar being rebuilt from a bare body shell, with freshly overhauled mechanical components and a new interior. The amount of work involved is impressive. An insurance policy dated 12 August 1991 records a mileage of 88,582 miles. The low mileage and colour combination were presumably among the reasons why such an extensive restoration was considered worthwhile.
As the 1993 title once again records the same mileage, it can be assumed that the owner in Pennsylvania did not drive his splendid Jaguar. The Roadster changed hands again in 2014 before being sold to Austria at the end of 2020. At the time, the consignor had been looking for an early E-Type with all the right ingredients when he came across this Open Two-Seater at a dealer in New York.
Since then, he has had a major service carried out and fitted new tyres. The Jaguar has covered only around 16,000 miles since its restoration. It remains very easy indeed to understand the enthusiasm of its previous owners.
That the consignor remains thoroughly convinced by his Jaguar is demonstrated by his offer to have either Austrian or German registration documents issued immediately after the auction, together with a fresh inspection, so that the buyer receives the car ready to register, regardless of which side of the border he lives on. A fresh inspection is half the battle; the real winner will be the fortunate new owner.
Wolfgang Humer, +43 650 7262524
Reinhard Granner, +43 699 17127272