Lot - 208

1960 Porsche 356 B (T5) 1600

Schätzwert / Estimate

EUR 60.000 – 80.000

Technische Details / Technical DETAILS

Fahrgestell / Chassis

111493

Motor / Engine

P*71567*

Papiere / Documents

Österreichische Einzelgenehmigung (historisch)
Geburtsurkunde von Porsche Austria
Auslieferungsbescheinigung von Reutter
US-Title (1991)

Auktion / Auction

Ort / Location

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum / Date

17. Oktober 2026

11:00 bis 13:00 und ab 16:00

Besichtigung / Viewing

16. und 17. Oktober 2026

Seit rund 40 Jahren beim heutigen Besitzer 
Über zwei Kontinente hinweg in einer Hand 
Vor rund drei Jahren umfassend überarbeitet 
Motor vollständig überholt und Innenraum erneuert 

Als Porsche im Herbst 1959 den 356 B präsentierte, war aus dem ursprünglich erstaunlich einfachen Konzept über ein Jahrzehnt ein ernst zu nehmendes Automobil geworden. Der 356 A hatte daran großen Anteil: hübsch, leicht, sportlich und inzwischen ausreichend kultiviert, um auch Kunden anzusprechen, die ihre Wochenenden nicht grundsätzlich mit Startnummern auf den Türen verbringen wollten.

Mit dem 356 B wollte Porsche diesen Weg weitergehen. Eine Revolution war weder notwendig noch erwünscht. Stattdessen wurde an unzähligen Details gearbeitet, wobei die intern T5 genannte Karosserie deutlich moderner wirkte. Die Stoßfänger wanderten nach oben, ebenso die Scheinwerfer, die nun weniger tief in den Kotflügeln saßen. Die vorderen Blinker rückten ebenfalls höher, die Lufteinlässe unter der Stoßstange wurden größer und der Griff der vorderen Haube breiter. Am Heck änderten sich Leuchten, Stoßfänger und Kennzeichenbeleuchtung. Alles zusammen ließ den B kräftiger und erwachsener erscheinen, ohne dass jemand Zweifel daran haben konnte, einen 356 vor sich zu haben.

Auch unter dem Blech wurde weiterentwickelt. Fahrwerk und Bremsen erfuhren Detailverbesserungen, während Porsche seine bekannten luftgekühlten Vierzylinder stetig verfeinerte. Zur Wahl standen zunächst der 1600 mit 60 PS, der 1600 Super mit 75 PS und der Super 90 mit – die Modellbezeichnung verriet es ausnahmsweise – 90 PS. Letzterer brachte den kleinen Porsche bereits in eine Leistungsklasse, in der er erheblich stärkeren Autos unangenehm werden konnte. Wenig Gewicht und ausgezeichnete Aerodynamik waren schließlich ebenfalls eine Form von Leistung.

Im Innenraum ging es kultivierter zu als beim Vorgänger. Lenkrad, Sitze und Armaturen wurden überarbeitet, die Alltagstauglichkeit verbessert. Der 356 sollte längst nicht mehr nur schnell sein, sondern auch bequem weit fahren können.

1961 folgte mit dem T6 bereits die nächste Evolutionsstufe. Damit blieb der T5 eine vergleichsweise kurze Episode. Gerade darin liegt heute sein Reiz: Er verbindet noch viel von der filigranen Erscheinung des 356 A mit jener Reife, die den späten 356 auszeichnete. Kein Neubeginn, sondern typisch Porsche: Man nahm etwas bereits sehr Gutes und änderte so lange Kleinigkeiten, bis es wieder ein bisschen besser war.

Dieses Porsche 356 B T5 Coupé wurde laut vorhandenem Certificate of Authenticity 1960 über Intercontinental Motors in San Antonio, Texas, ausgeliefert. Signalrot mit hellgrauer Kunstlederausstattung war die Kombination ab Werk. Später führte sein Weg nach Tulsa, Oklahoma, wo ihn sein heutiger Einbringer vor mittlerweile rund 40 Jahren entdeckte und kaufte.

Der gebürtige Amerikaner nahm den Porsche anschließend mit nach Miami, wo er den 356 regelmäßig fuhr und entsprechend warten ließ. Als ihn sein beruflicher Weg wenig später nach Europa führte, durfte auch der Porsche mit übersiedeln. So kam das Coupé gemeinsam mit seinem Besitzer nach Wien und wurde auch dort über viele weitere Jahre gefahren. Ein Auto für besondere Sonntage war der 356 also keineswegs, sondern über Jahrzehnte ein treuer Begleiter.

Nach einer derart langen gemeinsamen Geschichte machten schließlich Motorprobleme eine größere technische Überarbeitung notwendig. Statt sich jedoch auf das Notwendigste zu beschränken, entschied sich der Einbringer vor rund drei Jahren für das ganze Programm. Der 356 wurde bei bekannten Wiener Porsche-Restaurierungsbetrieben von Grund auf aufgearbeitet. Dabei wurde unter anderem der Motor vollständig überholt, der Innenraum erneuert und zahlreiche weitere Arbeiten an Technik und Fahrzeug ausgeführt.

Heute verbindet dieser 356 deshalb zwei Dinge, die nur selten zusammenkommen: eine außergewöhnlich lange und persönliche Besitzgeschichte und eine erst kürzlich abgeschlossene umfassende Restaurierung. Von Oklahoma über Miami bis nach Wien hat das Coupé seinen Besitzer über rund vier Jahrzehnte und zwei Kontinente begleitet.

Manche Autos wechseln im Laufe ihres Lebens ein Dutzend Mal den Besitzer. Dieser Porsche wechselte lieber gemeinsam mit seinem.

 

 

With its current owner for around 40 years
In the same hands across two continents
Extensively refurbished around three years ago
Engine fully rebuilt and interior renewed

By the time Porsche introduced the 356 B in the autumn of 1959, what had begun as an astonishingly simple concept had evolved over the course of a decade into a thoroughly serious motor car. The 356 A had played a considerable part in that development: handsome, light, sporting and by then sufficiently civilised to appeal even to customers who did not necessarily spend their weekends with competition numbers on the doors.

With the 356 B, Porsche intended to continue along the same path. A revolution was neither necessary nor desirable. Instead, countless details were refined, with the body, known internally as the T5, taking on a noticeably more modern appearance. The bumpers were raised, as were the headlamps, which now sat less deeply recessed into the wings. The front indicators also moved upwards, the air intakes beneath the bumper became larger and the front bonnet handle wider. At the rear, the lights, bumpers and number-plate illumination were revised. Taken together, the changes made the B look stronger and more mature, without leaving anyone in any doubt that it was still a 356.

Development continued beneath the skin as well. Suspension and brakes received detail improvements, while Porsche steadily refined its familiar air-cooled four-cylinder engines. Initially, buyers could choose between the 60 hp 1600, the 75 hp 1600 Super and the Super 90 with – for once the model designation gave the game away – 90 hp. The latter already placed the little Porsche in a performance bracket where it could make life decidedly uncomfortable for considerably more powerful machinery. Low weight and excellent aerodynamics were, after all, another form of horsepower.

The interior became more civilised than that of its predecessor. Steering wheel, seats and instruments were revised, while everyday usability improved. By now, the 356 was no longer expected merely to be fast; it also had to cover long distances in comfort.

The next stage of evolution, the T6, arrived as early as 1961, making the T5 a comparatively brief chapter. That is precisely part of its appeal today: it retains much of the delicate appearance of the 356 A while already possessing the maturity that characterised the later 356. No fresh start, then, but typically Porsche: take something already very good and keep changing little things until it becomes a little better still.

According to its accompanying Certificate of Authenticity, this Porsche 356 B T5 Coupé was delivered in 1960 through Intercontinental Motors in San Antonio, Texas. Signal Red with light grey leatherette was its factory colour combination. It later made its way to Tulsa, Oklahoma, where the current consignor discovered and bought it around 40 years ago.

An American by birth, he subsequently took the Porsche with him to Miami, where he regularly drove the 356 and had it maintained accordingly. When his career brought him to Europe a little later, the Porsche was allowed to come along too. Owner and Coupé thus arrived together in Vienna, where the car continued to be driven for many more years. This was never a 356 reserved for special Sundays, but a faithful companion over several decades.

After such a long shared history, engine problems eventually made substantial mechanical work necessary. Rather than restricting himself to the bare essentials, however, the consignor decided around three years ago to go the whole way. The 356 was comprehensively restored by well-known Porsche restoration specialists in Vienna. Among other work, the engine was completely rebuilt, the interior renewed and numerous further jobs carried out on both the mechanicals and the car itself.

Today, this 356 therefore combines two things that rarely come together: an exceptionally long and personal ownership history and a comprehensive restoration completed only recently. From Oklahoma via Miami to Vienna, the Coupé has accompanied its owner for around four decades and across two continents.

Some cars change owners a dozen times over the course of their lives. This Porsche preferred to change places together with its owner.

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Reinhard Granner, +43 699 17127272

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