1959 DKW Imosa F89L Schnellaster
- Wirtschaftswunderlaster aus spanischer Produktion
- Höchst solide Basis für ein sich lohnendes Projekt
- Der Gegenentwurf zum Bus von Volkswagen
Schätzwert
EUR 5.000 – 8.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
30010829
Papiere
Spanische Permiso de circulación von 2012
Deutsche TÜV-Papiere von 2017
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Als Auto Union 1949 den DKW Schnellaster F89L präsentierte, war er eine kleine Revolution. Frontantrieb, eine selbsttragende Karosserie, der Motor vor der Vorderachse – ein Konzept, das die Transporterwelt moderner machte. Der Dreizylinder-Zweitakter mit 688 ccm war genügsam, der Laderaum vielseitig nutzbar, vom Kastenwagen über Pritschen bis hin zu Kleinbussen. Der Schnellaster war damit das erste deutsche Nachkriegs-Nutzfahrzeug in Serie und begründete die Tradition der Transporter von DKW bis hin zu VW Caddy und Audi-Vans.
Nicht zuletzt war er das Fahrzeug, das Ingolstadt zur Automobilstadt machte. War er doch der erste Wagen, der am heutigen Stammsitz von Audi produziert wurde. Doch seine Geschichte beschränkte sich nicht auf Deutschland. »Imosa« (Industrias del Motor S.A.) erhielt in den fünfziger Jahren die Lizenzfertigung für Spanien. In Vitoria, im Baskenland, liefen die Schnellaster ab 1954 vom Band – gebaut für einen Markt, der unter Franco noch von Importrestriktionen geprägt war und in dem heimische Produktion Vorrang hatte. Der F89L traf dort auf ideale Bedingungen: robust, einfach, günstig zu warten.
Während in Deutschland ab 1962 längst modernere Nachfolger die Produktion ablösten, baute Imosa die Schnellaster noch weiter, angepasst an die lokalen Bedürfnisse. Der kleine DKW wurde so in Spanien zum vertrauten Alltagsbegleiter von Handwerkern, Händlern und kleinen Betrieben.
Heute wirkt der Schnellaster wie ein Relikt längst vergangener Tage, kantig, schmalspurig, mit dem typischen Zweitakt-Sound. Doch sein Erbe ist größer: Imosa ging später in Mercedes-Benz España auf, und in denselben Hallen entstanden später die Transporter der Stuttgarter, darunter auch der MB 100, wie er ebenso in dieser Auktion zu haben ist.
2012 wurde dieser Schnellaster aus 1959 zuletzt in Valladolid zugelassen. Während seinerzeit in Deutschland die DKW schon mit Dreizylindermotoren aus dem 3=6 ausgestattet waren, baute Imosa noch den F89L mit 864 ccm großen Zweitakt-Zweizylinder.
2017 hatte der charmante Laster in Deutschland bereits einmal die Vollabnahme beim TÜV bestanden. Acht Jahre später wird es ein paar Handgriffe brauchen, bis erneut weißer Rauch aufsteigt, der Erfolg aus der Vergangenheit sollte aber Zuversicht für den kommenden Versuch wecken.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272