1958 Edsel Corsair Four-door Hardtop
- Als Neuwagen nach Wien ausgeliefert
- Im unrestaurierten Originalzustand erhalten
- Ein Stück amerikanische Automobilgeschichte
- Einzigartig authentischer Zeitzeuge
Schätzwert
EUR 14.000 – 20.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
X8WX704979
Papiere
Österreichische Einzelgenehmigung von 1958
Deutsche Fahrzeugpapiere
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
In den fünfziger Jahren schien für Detroit alles möglich. Immer größere Flotten, immer mehr Marken – Ford wollte General Motors mit einem eigenen Zwischensegment herausfordern und präsentierte 1957 voller Stolz die neue Marke »Edsel«. Der Name kam vom Sohn Henry Fords, das Marketing versprach „The car of the future“.
Der Corsair war dabei das obere Mittelklassemodell, größer als Ranger und Pacer, aber unterhalb der luxuriösen Citation angesiedelt. Technisch basierte er auf Fords Full-Size-Plattform, unter der Haube arbeiteten V8-Motoren mit bis zu 6,7 Litern Hubraum. Besonders futuristisch sollte die Bedienung wirken: Statt Wählhebel gab es beim Automatikgetriebe die berühmte Teletouch-Schaltung – Druckknöpfe in der Mitte des Lenkrads.
Doch was als Innovation gedacht war, erwies sich schnell als unzuverlässig. Auch das Styling mit dem charakteristischen Kühlergrill polarisierte und sorgte für allerhand Assoziationen. Während manche ihn als markantes Markenzeichen feierten, verspotteten andere das Design als „Toilettensitz“, was noch eine der jugendfreien Umschreibungen war. Die Presse nahm kein Blatt vor den Mund, die Kundschaft blieb fern.
Der Corsair war nur zwei Jahre im Programm, schon 1960 war die gesamte Marke Edsel Geschichte. Die gewaltigen Investitionen hatten sich nicht ausgezahlt, Ford verbuchte Verluste in atemberaubender Höhe – und der Name Edsel wurde zum Synonym für das große Scheitern. Heute aber sieht man die Edsel mit anderen Augen, nicht nur weil sie aufgrund der kurzen Bauzeit selten sind. Sie sind ein faszinierendes Stück amerikanischer Automobilgeschichte, ambitioniert, extravagant, gescheitert und längst Kult.
Dieser Edsel Corsair in Form eines viertürigen Hardtop-Coupés wurde 1958 vom Wiener Ford-Vertreter A.R. Hinteregger mit Sitz am Schubertring nach Österreich geholt. Erster Besitzer war die Kamig Aktiengesellschaft, eine Bergbaufirma, ansässig in der Hansenstraße in der Wiener Innenstadt. Auf sie wurde der Edsel am 10. Mai 1958 zugelassen. Zweiter Besitzer war ab 1960 der Tiroler Gerbermeister Karl Ritsch aus Hopfgarten. Fünf Jahre später wurde der Edsel abgemeldet und weggestellt.
Erst 1990 taucht er wieder auf, als ein gewisser Wolfgang Ringhausen den ganz original erhaltenen Wagen zu sich nach Köln holte und anmeldete. Von Ringhausen holte der Einbringer den österreichischen Edsel 2017 zurück in seine ursprüngliche Heimat. Er wurde weiterhin in seinem außergewöhnlichen Originalzustand bewahrt, ist aber dennoch fahr- und voll einsatztüchtig. Dieses Automobil ist ein Stück Zeitgeschichte, dass es für die nächsten Besitzer behutsam zu bewahren gilt.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272