Lot 110

1956 BMW 501

  • Einer von nur 3.476 gebauten 501 mit 2,1-Liter-Sechszylinder
  • Als Neuwagen nach Österreich ausgeliefert
  • Höchst attraktive Farbkombination
  • Ältere Restaurierung

Schätzwert

Erzielter Preis € 29.900

Technische Details

Chassis

46182

Motor

9436

Papiere

Deutscher Fahrzeugbrief

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Als BMW 1951 auf der IAA den 501 präsentierte, war es das erste Nachkriegsmodell der Münchner. Groß, geschwungen, elegant – und zugleich konservativ in seiner Anmutung. Die luxuriösen Oberklassewagen wurden entweder von BMWs neuen Achtzylindern oder von bewährten Reihensechszylindern angetrieben. Letztere liefen 1958 aus, kamen jedoch 1955, in der späten Bauphase, noch einmal in einer letzten Ausbaustufe mit etwas mehr Hubraum und größerem Vergaser.

Das Aggregat stammte im Kern noch vom Motor des BMW 335 der Vorkriegsjahre. Es leistete anfangs 60, später 72 PS und tat sich mit den schweren Limousinen deutlich schwerer als der V8. Für die knapp 1,4 Tonnen schwere Karosserie bedeutete das keine sportlichen Höhenflüge, doch immerhin eine souveräne Fortbewegung mit fast 130 km/h Höchstgeschwindigkeit. Wer mehr wollte, musste zum 502 mit Achtzylinder greifen – doch der Sechszylinder blieb die solidere, günstigere Wahl.

Das Design des 501 polarisierte: wuchtige Kotflügel, rundliche Formen, viel Chrom – ein Auto, das eher wie eine Skulptur wirkte als wie ein nüchterner Gebrauchsgegenstand. Weil er so gar nicht recht modern wirken wollte, bekam der BMW im Laufe der langen Bauzeit bald den Spitznamen „Barockengel“. Innen erwartete die Passagiere gediegener Luxus – breite Sitze, viel Platz, feine Materialien.

Wirtschaftlich tat sich BMW jedoch schwer. Die 501 und 502 waren teuer in der Produktion, die Nachfrage gering, Gewinne blieben aus. Dennoch blieb der 501 ein wichtiges Symbol: Er zeigte, dass BMW nach dem Krieg wieder in der Oberklasse mitspielen wollte – bedeutete aber zugleich beinahe den Untergang der Marke. 1958 endete die Produktion der Sechszylinder. Heute gilt der Reihensechszylinder im 501 als seltene, unterschätzte Variante – weniger glamourös als der V8, aber näher am Geist der frühen fünfziger Jahre.

Dieser BMW wurde am 27. Juni 1956 erstmals in Österreich zugelassen. Der Vorbesitzer holte den Wagen 1998 nach Deutschland, meldete ihn aber bereits im Jahr 2000 wieder ab. Der Einbringer nahm den 501 in seine Sammlung auf, überzeugt vom gepflegten Erhaltungszustand. Das zeigt sich vor allem im Innenraum, der mit grauem Stoff bereits erneuert wurde. Das Interieur passt ideal zum dunkelblauen Lackkleid, das die geschwungenen Formen des BMW perfekt in Szene setzt. Da er zuletzt wenig gelaufen ist, empfiehlt sich vor der Wiederinbetriebnahme eine gründliche Durchsicht.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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