Lot - 116

1955 BMW Isetta Jagdwagen

Schätzwert / Estimate

€ 15.000 – 25.000
Ohne Limit / Without Reserve

Technische Details / Technical DETAILS

Fahrgestell / Chassis

468206

Motor / Engine

–

Papiere / Documents

Italienische Carta di circolazione
US-Title (Kopie)

Auktion / Auction

Ort / Location

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum / Date

17. Oktober 2026

11:00 bis 13:00 und ab 16:00

Besichtigung / Viewing

16. und 17. Oktober 2026

Exakte Rekonstruktion von Kurt Donaths Einzelstück
Vormals in der Sammlung von Bruce Weiner
Umfangreich dokumentierter Aufbau
Ein absoluter Blickfang

Kurt Donath gehörte zu jenen Männern, die BMW nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf die Beine bringen mussten. Als technischer Direktor und Leiter des Werks München-Milbertshofen war er maßgeblich mit der Frage beschäftigt, wie aus einem schwer angeschlagenen Unternehmen wieder ein Automobilhersteller werden sollte. Dabei vertrat Donath zunächst die pragmatische Idee, ein bereits existierendes Fahrzeug in Lizenz zu bauen, anstatt sich die kostspielige Entwicklung eines völlig neuen Modells aufzubürden.

Genau eine solche Lösung fand BMW schließlich in Italien. Die von Iso entwickelte Isetta wurde für München technisch überarbeitet und 1955 als BMW Isetta vorgestellt. Donath war gemeinsam mit Entwicklungschef Fritz Fiedler an den Verhandlungen mit Iso beteiligt. Dass ausgerechnet die kleine Knutschkugel bald darauf auch Grundlage für sein persönliches Freizeitvergnügen werden sollte, gehört zu den skurrileren Fußnoten der BMW-Geschichte.

Donath war passionierter Jäger. Also baute BMW 1955 für ihn einen Jagdwagen auf Basis der Isetta. Fahrgestell und Antrieb entsprachen weitgehend dem Serienmodell, darüber entstand jedoch eine völlig neue Karosserie. Statt der geschlossenen Kabine gab es einen offenen Aufbau mit Sitzbank, Platz für zwei Jäger, deren Ausrüstung und – bei entsprechendem Jagdglück – auch für die Beute. Mit dem üblichen Isetta-Einsatzgebiet zwischen Bäckerei, Arbeitsplatz und Sonntagsausflug hatte das nicht mehr viel zu tun. 

Angetrieben wurde das Einzelstück vom bekannten Einzylinder-Viertakter aus BMWs Motorradsparte. Gewaltige Leistungsreserven waren damit nicht vorhanden. Dafür war die Isetta klein, leicht und mechanisch überschaubar – Eigenschaften, die abseits befestigter Straßen zumindest theoretisch ihren Reiz hatten. Von einer ernsthaften Geländewagenentwicklung konnte dennoch keine Rede sein. Der Jagdwagen war eine Sonderanfertigung für einen Mann mit einem sehr speziellen Verwendungszweck.

Das Original ist heute verschollen. Diese Jagdwagen ist eine spätere, auf einem Isetta-300-Chassis aufgebaute Rekonstruktion, die im Rahmen eines Schulprojekts an einer technischen Schule entstand. Der gesamte Aufbauprozess ist minutiös dokumentiert, einschließlich extra angefertigter Baupläne. In Bruce Weiners Microcar-Museum fand sie anschließend den passenden Platz. Die Isetta ist äußerlich vom Original nicht zu unterscheiden und zeigt ziemlich anschaulich, wie herrlich unkonventionell BMW in den 1950er-Jahren sein konnte.

 

Faithful recreation of Kurt Donath’s one-off hunting car
Formerly part of the renowned Bruce Weiner collection
Meticulously documented reconstruction
An absolute head-turner

Kurt Donath was one of the men tasked with getting BMW back on its feet after the Second World War. As Technical Director and head of the Munich-Milbertshofen plant, he was closely involved in the question of how a badly weakened company could once again become a viable motor manufacturer. Donath initially favoured the pragmatic solution of building an existing vehicle under licence rather than burdening BMW with the costly development of an entirely new model.

BMW eventually found just such a solution in Italy. Developed by Iso, the Isetta was extensively re-engineered for Munich and introduced as the BMW Isetta in 1955. Together with development chief Fritz Fiedler, Donath was involved in the negotiations with Iso. That the little bubble car should soon afterwards provide the basis for his own personal recreation is one of the more curious footnotes in BMW history.

Donath was a keen hunter. So in 1955, BMW built him a hunting car based on the Isetta. Chassis and running gear remained largely standard, but above them sat an entirely new body. In place of the enclosed cabin was an open body with a bench seat and room for two hunters, their equipment and – given sufficient luck in the field – their quarry. It was all rather removed from the Isetta’s usual duties between the bakery, the workplace and the Sunday family outing.

The one-off was powered by the familiar four-stroke single-cylinder engine from BMW’s motorcycle division. Vast reserves of power were not part of the package. What the Isetta did offer was compact dimensions, low weight and mechanical simplicity – qualities that, at least in theory, had their attractions away from paved roads. This was never intended to be a serious exercise in off-road engineering, however. The Jagdwagen was a bespoke creation for one man with a very particular purpose in mind.

The original is lost today. This Jagdwagen is a later recreation built on an Isetta 300 chassis as part of a student project at a technical school. The entire construction process was meticulously documented, including specially prepared technical drawings. It subsequently found a fitting home in Bruce Weiner’s Microcar Museum. Externally virtually indistinguishable from the original, this Isetta provides a wonderfully vivid reminder of just how delightfully unconventional BMW could be in the 1950s.

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Wolfgang Humer, +43 650 7262524

Reinhard Granner, +43 699 17127272

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