1953 Mercedes-Benz 170 DS
- Einer von nur 12.985 gebauten 170 DS
- Als Neuwagen ausgeliefert nach Italien
- Bis 1982 nur bei zwei Besitzern angemeldet
Schätzwert
EUR 12.000 – 18.000
Ohne Limit / no reserve
Technische Details
Chassis
191.110 04801/53
Motor
636.918 00128/52
Papiere
Technisches Datenblatt vom deutschen TÜV
Italienischer PRA-Auszug
Originale Carta di assicurazione
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Anfang der 1950er suchte Deutschland Verlässlichkeit, nicht Glamour. Bei Mercedes stand der 170 längst für robuste Alltagstauglichkeit – zuerst als Benziner, ab 1949 auch als 170 D (W136) mit Selbstzünder. 1953 folgte der nächste Schritt: der 170 DS der Baureihe W191. Diesel, ja – aber jetzt mit einem Schuss „S“ wie Super: mehr Komfort, mehr Feinschliff, mehr Mercedes-Gefühl.
Optisch blieb der 170 DS dem klassischen Auftritt treu: stehender Kühlergrill, separate Kotflügel, die Silhouette noch deutlich in der Vorkriegsformensprache. Darunter jedoch modernisierte Technik. Der OM636-Vierzylinder-Diesel mit rund 1,8 Litern Hubraum lieferte zwar keine Sprints, dafür Sparsamkeit und eine für die Zeit erstaunliche Laufkultur – Qualitäten, die Taxiunternehmer und Vielfahrer schätzten. Überarbeiteter Rahmen, verbesserte Federung und feinere Abstimmung ließen den DS souveräner abrollen als seine einfacheren Brüder.
Innen bot er, was der Buchstabe „S“ versprach: wertigere Ausstattung, bessere Sitze, mehr Geräuschkomfort – ein nüchterner Wagen, der auf langen Strecken plötzlich groß wirkte. Genau darin lag seine Stärke: Wirtschaftlichkeit ohne Verzicht.
Der 170 DS blieb nur kurz im Rampenlicht. 1955 löste ihn die moderne Ponton-Generation ab, die das Nachkriegsdesign endgültig hinter sich ließ. Doch der DS markierte den Übergang – vom pragmatischen 170 D zum kultivierteren Diesel-Mercedes, wie man ihn fortan kannte.
Dieser Mercedes 170 DS aus der Baureihe W191 wurde im August 1953 nach Italien an Silvestro Brugiafreddo in die Provinz Cuneo ausgeliefert. Im Oktober 1967 wechselte er das erste und bislang einzige Mal den Halter: Vincenzo Tabacco behielt ihn bis Ende 1982. Dass die wackere Diesel-Limousine einiges von Europa gesehen haben muss, zeigen noch heute original erhaltene internationale Versicherungskarten – vom Erstbesitzer aus 1957 und vom zweiten aus 1969.
Über den weiteren Werdegang ist wenig bekannt, augenscheinlich aber wurde der Wagen vor einigen Jahren umfassend aufgefrischt. Während innen das originale Stoffinterieur erhalten blieb, erhielt das Blechkleid eine neue Lackierung in erstaunlich hoher Qualität. So präsentiert sich hier ein Zeitzeuge der Nachkriegsjahre, der charmant von einer Epoche erzählt, in der es stetig bergauf ging. In diesem Zustand ist das nur eineinhalb Jahre gebaute Modell heute umso mehr eine Rarität.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272