1952 Mercedes-Benz 300 Cabriolet D
- Eines von nur 455 Cabriolet D der ersten Serie
- Zeitlos elegante Farbkombination
- Lederinterieur kürzlich erneuert
- 20 Jahre bei einem Vorbesitzer
- Mit Kofferset
Schätzwert
Erzielter Preis € 138.000
Technische Details
Chassis
186.014 01945/52
Motor
186.920 02022/52
Papiere
Deutsche historische Zulassung
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Seit 1946 liefen in Sindelfingen und Untertürkheim wieder Mercedes-Benz vom Band. Der 170 war jedoch selbst in der luxuriösen S-Ausführung nur ein Schatten dessen, wofür die Marke vor dem Krieg stand. Mit dem ersten leisen Lüftchen des Wirtschaftswunders zog auch die Pkw-Produktion langsam wieder an. Der Wohlstand kehrte in die alte Welt zurück – nur fehlte es noch an den Fahrzeugen, um ihn angemessen zu repräsentieren.
Das änderte sich im Frühjahr 1951. Auf der IAA präsentierte Mercedes-Benz gleich zwei neue Sechszylinder: den 220 für die Oberklasse und den 300 für die Überklasse. Letzterer war mehr als nur ein Fingerzeig, er war eine Ansage: 3 Liter Hubraum aus sechs Zylindern, 115 PS und 160 km/h Spitze – das schnellste deutsche Fabrikat auf der Autobahn. Selbst der britische Auto-Adel musste da passen.
Bundeskanzler Konrad Adenauer erkor den 300 zu seinem bevorzugten Dienstwagen, nicht zuletzt wegen der großzügigen Kopffreiheit, wie die Legende will. Ihm verdankt der Wagen bis heute seinen Rufnamen „Adenauer“. Gleich sechs Exemplare begleiteten den passionierten Hutträger während seiner Amtszeit – offene, geschlossene und Landaulets, kurze wie lange Versionen, stets maßgefertigt in Stuttgart.
Mercedes entwickelte den 300 trotz des überschaubaren Absatzes konsequent weiter: 1954 erschien der 300 b mit neuen Vergasern, höherer Verdichtung und zehn PS mehr. Größere Bremsen mit erstmals einem Verstärker hielten die Kraft im Zaum. 1955 folgte der 300 c mit neuer Hinterachse, größerer Heckscheibe und erstmals auch Automatik. 1957 schließlich der 300 d – stärker, mit Benzineinspritzung, ohne B-Säule, ganz nach dem Geschmack der Neuen Welt.
Neben der Limousine gab es das Cabriolet D – viertürige Repräsentationscabriolets, deren Tradition bis in die Vorkriegszeit reichte. Mit einem Preis von knapp 25.000 DM war der Kundenkreis äußerst exklusiv: Nur 455 Exemplare des 300 der ersten Serie entstanden. Es war das letzte Cabriolet D überhaupt; seit Kennedy repräsentierte man lieber halb oder ganz geschlossen. Damit zählt es zu den erlesensten Formen offener Fortbewegung im deutschen Automobilbau nach 1945 – neue Technik der Nachkriegsjahre vereint mit der Solidität der Vorkriegszeit.
Dieses Cabriolet D gehört zur ersten Baureihe, von der zwischen März 1953 und April 1954 lediglich 455 Stück gebaut wurden. Die Erstzulassung des mächtigen schwarzen Repräsentationswagens datiert vom 23. August 1952.
Der Einbringer konnte den Wagen 2019 von einem Vorbesitzer übernehmen, in dessen Händen er 20 Jahre lang gewesen war. Das bereits in die Jahre gekommene Interieur wurde erneuert, der Wagen bei gelegentlichen Ausfahrten genossen – genau dafür waren diese exklusiven Automobile einst gebaut worden.
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272