1940 BMW 327 Sport-Coupé
- Eines von nur 179 gebauten 327 Coupés
- Eines der seltensten und schönsten BMW-Modelle
- Entworfen und gebaut bei Autenrieth in Darmstadt
- Für mehr als 240.000 Franken restauriert
- Umfangreich dokumentierte Historie
- Matching Numbers
Schätzwert
EUR 110.000 – 150.000
Technische Details
Chassis
74170
Motor
74170
Papiere
Österreichische Einzelgenehmigung (historisch)
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Als im November 1937 das bildschöne BMW 327 Sport-Kabriolett vorgestellt wurde, war die Resonanz überwältigend. Formgestalter Wilhelm Kaiser hatte die Linien entworfen, zur Serienreife gebracht wurden sie mit Hilfe von Autenrieth, gebaut schließlich im Werk Eisenach. Die modische Stromlinienform mit langer Motorhaube, schräger Doppelniere, keilförmig geteilter Frontscheibe und sanft auslaufendem Heck traf den Zeitgeist. Im Oktober 1938 folgte das Coupé – sportlich, elegant, mit kleiner Kanzel und serienmäßig Liegesitz-Beschlägen.
Im Gegensatz zum Cabriolet stammte beim Coupé nicht nur der Entwurf von Autenrieth, man übernahm auch die Fertigung der Fahrzeuge. Dazu lieferte das Werk Eisenach die Chassis mitsamt komplettem Antriebsstrang und halbfertige Cabriolet-Karosserien zur Komplettierung und Montage nach Darmstadt. Die 2+2-Sitzer waren im Gegensatz zu den Cabriolets ausschließlich einfärbig lackiert. Unter der Haube arbeitete der Sechszylinder des 326, im 327 auf 55 PS gebracht, gut für 125 km/h. Parallel gab es den 327/28 mit noch mehr Leistung. Bis 1941 entstanden 179 Coupés – verschwindend wenig im Vergleich zu den 1.124 Cabriolets.
Dieses Coupé wurde laut BMW Archiv am 18. März 1940 an den BMW Händler Dr. Brenner in Berlin ausgeliefert. Die Kopie eines Schweizer Fahrzeug-ausweises führt eine Zulassung am 1. Oktober 1955 auf einen Herrn in Bern an. Dieser hat den BMW gemäß der Überprüfungs-stempel mindestens bis 1957 gefahren. Als Farbe ist beige-metallic angegeben, später korrigiert auf rot.
Ein Schweizer Fahrzeugausweis belegt Zulassung ab 1955 in Bern, später den Verkauf 1982 für 27.000 Franken an einen Sammler. Zwischen Kauf und Zulassung lag eine zehnjährige Restaurierung nach Schweizer Maßstäben: Holzskelett erneuert, Karosserie instand gesetzt, Motor und Bremsen revidiert, Interieur in schwarzem Leder originalgetreu erneuert. Rund 170.000 Franken flossen in die Arbeiten, später weitere 40.000 für Verbesserungen, darunter 2001 ein Umbau auf ein Volvo-Getriebe.
2018 erwarb der Schweizer Vorbesitzer den BMW von der Witwe seines Freundes. Sein Ziel: den Wagen auf den Originalmotor zurückzuführen. Mit Hilfe von BMW Mobile Tradition gelang 2019 das kleine Wunder: Aggregat Nr. 74170, nach 80 Jahren wiedergefunden. Für 25.000 Franken wurde der Motor neu aufgebaut und eingebaut. Parallel erhielten Bremsanlage und Mechanik ein gründliches Service, kleinere Details wie falsche Hupen wurden korrigiert.
So präsentiert sich heute ein BMW 327 Coupé, dessen Restaurierung zwar vor drei Jahrzehnten erfolgte, aber bis ins Detail hochwertig war. Der Originalmotor macht ihn nun wieder authentisch, der Zustand ist hervorragend – dank seltener Nutzung fast wie konserviert. Nur wenige der 179 Coupés haben überlebt, kaum eines wurde mit solchem Aufwand restauriert und in seinen Ursprungszustand zurückgeführt.
Der Einbringer, seit zwei Jahren ist der BMW bei ihm in Österreich, ließ das elegante Vorkriegs-Coupé in Österreich einzelgenehmigten, womit es hierzulande sofort einsatzfähig ist. Aus gesundheitlichen Gründen gibt es mit schwerem Herzen nun wieder ab. So wartet hier ein Stück große Automobilbaukunst, das zeigt, wozu man in Eisenach, München und Darmstatt in der Lage war. Man baute die schönsten Fahrzeuge der Welt!
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272