Lot 109

1939 BMW 335

  • BMWs finales Topmodell vor Kriegsausbruch
  • Einer von nur 233 gebauten Innenlenkern
  • Ältere, aber hochwertige Restaurierung
  • Lange Teil einer großen Sammlung
  • Beste Basis zur Reaktivierung

Schätzwert

Erzielter Preis € 50.600

Technische Details

Chassis

TP 78061

Papiere

Deutsche Zulassung

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

Als BMW im November 1938 auf der Londoner Motor Show den 335 vorstellte, wollte man ein Zeichen setzen. Seit dem 303 von 1933 hatte sich die Marke Schritt für Schritt nach oben gearbeitet, mit Sechszylindern, eleganten Limousinen und sportlichen Coupés. Nun sollte ein Wagen folgen, der BMW endgültig in die Oberklasse tragen würde – über dem 326 und 327 positioniert, gleichsam die Krönung des Programms.

Technisch griff man auf Bewährtes zurück: Fahrgestell und Karosseriestruktur stammten vom 326, doch die Spur war verbreitert, der Radstand verlängert. Herzstück war ein neuer, großvolumiger 3,5-Liter-Reihensechszylinder mit 90 PS. Damit erreichte der 335 mühelos 145 km/h. Serienmäßig erhielt der Wagen eine Vierscheiben-Bremsanlage und erstmals bei BMW ein vollsynchronisiertes Vierganggetriebe – Komfort, der den Anspruch unterstrich.

Die Karosserien entstanden in Eisenach, als elegante Limousinen, Cabriolets oder repräsentative Pullman-Versionen. Gedacht war der 335 als Reisewagen für höchste Ansprüche, als Symbol einer Marke, die sich vom Lizenzbauer zum ernsthaften Rivalen im Luxussegment entwickelt hatte.

Doch die Zeiten spielten gegen ihn. Kaum angelaufen, wurde die Produktion vom Krieg überschattet. Von 1939 bis 1941 entstanden nur rund 410 Exemplare: 233 Limousinen, 118 Cabriolets mit zwei Türen, 40 mit vier Türen sowie 19 Fahrgestelle. Viele wurden für Wehrmacht und Diplomatie beschlagnahmt, nur wenige gelangten in private Hände.

Heute ist der 335 eine Rarität – und ein faszinierendes „Was wäre wenn“ der BMW-Geschichte. Ein Wagen, der zeigte, wohin die Reise hätte gehen können, hätte die Geschichte ihm mehr Zeit gelassen.

Im Dezember 1983 ließ Herr Leverkus aus Bonn diesen BMW 335 zu. Da mangels Unterlagen eine TP-Nummer zugeteilt wurde, ist davon auszugehen, dass eine umfangreiche Restaurierung vorausgegangen war. Man erkannte die Qualität der ausgeführten Arbeiten, bemerkte jedoch auch den einen oder anderen Originalitätsmangel. Im Juli 1984 stellte der BMW Veteranen-Club einen Fahrzeugausweis aus. Im November 1986 übernahm der Sohn den Wagen und ließ 1989 ein Wertgutachten erstellen. Dort war etwa vermerkt, dass der Motor bei der Fa. Schnitzer in Freilassing und das Getriebe bei ZF in Friedrichshafen überholt worden waren.

Im November 1994 wurde der BMW stillgelegt. Im September 2005 erwarb die Einbringerfamilie den seltenen 335 zur Vervollständigung ihrer Sammlung. Eine Hauptuntersuchung 2019 bestand er ohne Mängel, danach wurde er kaum mehr bewegt. Der Wagen hatte die Jahre seit seiner Restaurierung bestens überstanden. Er lief und fuhr, doch der Tank war zwischenzeitlich leer und innen angerostet, sodass Handlungsbedarf besteht. Nach sechs Jahren Standzeit sollte auch die restliche Mechanik überprüft werden, ehe man das einstige BMW-Topmodell wieder in vollen Zügen genießen kann.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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