1938 Steyr Typ 55

  • Ein Stück österreichische Automobilgeschichte
  • Der erste fahrbare Untersatz in vielen Haushalten
  • Vor zwei Jahrzehnten umfangreich restauriert
  • Seither nur wohlbehalten ausgestellt
  • Tolle Basis zur Reaktivierung

Schätzwert

Erzielter Preis € 21.850

Technische Details

Chassis

LV 1100

Papiere

Österreichische Einzelgenehmigung

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

1938 brachte Steyr eine gründlich überarbeitete Version seines Kleinwagens auf den Markt. Die hörte statt Typ 50 nun auf den Namen Typ 55, wurde landläufig aber weiterhin als 50er Steyr oder eben als Steyr Baby bezeichnet. Die wesentliche Neuerung steckte unter der geschwungenen, vorderen Haube, ein auf 1.158 ccm vergrößerter Motor mit Solex Vergaser anstelle eines von Pallas, der 25,5 PS mehr leistete, 2,5 mehr als sein Vorgänger. Auch die Thermosyphon-Wasserkühlung wurde merklich größer dimensioniert, was die ohnehin schon beachtlichen Kletterqualitäten noch einmal deutlich verbesserte.

Zeitgenössische Testberichte lobten die neu gewonnene Elastizität des Motors, der genauso wie die Hinterachse im 55 für weniger Geräuschkulisse sorgte. Auch die höhere Höchstgeschwindigkeit und Sprintqualitäten wurden hervorgestrichen. Schon das Prospekt hatte eine Spitze von 95 km/h angekündigt und in 10 Sekunden sollten 40 km/h erreicht sein. Auch die Übersetzung des Viergang-Getriebes wurde gewissenhaft an die zarten Verbesserungen angepasst. Die Allgemeine Automobil-Zeitung sprach 1938 gar von eindrucksvollen Erfolgen bei der Weiterentwicklung.

Äußerlich übernahm der Typ 55 das Erscheinungsbild der Spezial-Ausführung seines Vorgängers. Das heißt, Stoßstangen gehörten nun ebenso zur Serienausstattung wie eine Zweifarben-Lackierung und zwei Instrumente. An der Karosserie mit ihrem großen Schiebedach änderte sich ansonsten nichts. Die oftmals fälschlicherweise dem Typ 55 zugeschriebenen hinteren Fenster waren immer nachträgliche Einbauten diverser Karosseriebauer wie Kohlruss oder Keibl, ab Werk gab es die nie. Schon 1940 musste kriegsbedingt die Fertigung in Steyr auf Rüstungsgeräte und Waffen umgestellt werden und der gesamte Automobilbau wurde eingestellt. In drei Jahren waren exakt 7.800 Stück vom Typ 55 entstanden, mehr als von seinem nur zwei Jahre gebauten Vorgänger.

Dieser Steyr Typ 55 wurde in Oberösterreich zwischen 2004 und 2006 in rund 1.500 Stunden umfangreichst restauriert. Eine detaillierte Beschreibung gibt den Aufwand wieder, der betrieben wurde. Im Laufe der Restaurierung hat sich umfangreiche Werkstatt- und Typenliteratur angesammelt. Im Juni 2006 wurde der Wagen dann typisiert und anschließend nach Bayern verkauft. Dort absolvierte der Steyr erfolgreich eine Hauptuntersuchung, nur um fortan in einem nahegelegenen Luxushotel ausgestellt zu werden. Seither begeisterte der Steyr als Ausstellungsstück, ohne jemals richtig gefahren worden zu sein.

Bei der Bestandsaufnahme zur Einbringung lief der Typ 55, ihm fehlte aber auf einem Zylinder die Kompression. Natürlich beeindruckt noch heute die hochwertige Erscheinung, doch benötigt die Technik der Standzeit wegen eben Aufmerksamkeit. Die beiliegenden Wartungshandbücher waren seinerzeit bei der Restaurierung hilfreich und werden er sicherlich wieder sein, damit dieses Stück österreichisches Kulturgut bald wieder über die Straßen rollt.

Interesse? Fragen?

Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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