Lot - 169

1937 BMW 326 Cabriolet 4-Fenster Autenrieth

Schätzwert / Estimate

EUR 50.000 – 70.000

Ohne Limit / Without reserve

Technische Details / Technical DETAILS

Fahrgestell / Chassis

78702

Motor / Engine

91006

Papiere / Documents

Deutsche historische Zulassung (abgelaufen)

Auktion / Auction

Ort / Location

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum / Date

17. Oktober 2026

11:00 bis 13:00 und ab 16:00

Besichtigung / Viewing

16. und 17. Oktober 2026

Seltene 2-türige Sonderkarosserie von Autenrieth
Ungewöhnliche und gefällige Farbkombination
Umfangreich dokumentierte Restaurierung
Aus einer bedeutenden BMW-Sammlung

Im Februar 1936 präsentierte BMW auf der Berliner Automobil-Ausstellung mit dem neuen 326 ein Modell für die gehobene Mittelklasse, ein Segment, das man bislang hatte brachliegen lassen. Außerhalb seiner Stammklientel hatte BMW bis dahin den Anstrich eines Herstellers gehobener und leistungsstarker Kleinwagen. Das wollte man mit dem 326 ändern, dementsprechend war der Neuankömmling zugleich der erste BMW, den es mit vier Türen gab. Anstelle von Sportlichkeit und Fahrleistung rückten Komfort und Ausstattung in den Vordergrund.

Das Konzept stammte von Fritz Fiedler, der mit dem M78 wenige Jahre zuvor schon für den ersten Reihensechszylinder im Hause BMW verantwortlich gewesen war. Das für den 326 neu entwickelte Fahrwerk zeichnete sich durch hydraulische Hebelstoßdämpfer an beiden Achsen und zwei längsliegende Torsionsstäbe an der Hinterachse nach dem Vorbild des Citroën Traction Avant aus. Erstmals kam bei einem BMW ein hydraulisches Bremssystem zum Einsatz. Beim Motor hingegen vertraute man auf den bewährten Sechszylinder aus dem 319, dem man mit 1.971 ccm und zwei 26er-Solex-Vergasern mehr Hubraum und mit 50 PS mehr Leistung spendierte. Geschaltet wurde mit einem teilsynchronisierten Vierganggetriebe mit Freilauf in den ersten beiden Gangstufen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h war man für damalige Zeiten höchst souverän motorisiert.

Die Karosserien der viertürigen Limousinen lieferte Ambi-Budd aus seinem Presswerk in Berlin-Johannisthal, während BMW in Eisenach die Kotflügel, Trittbretter, Motorhauben und Verkleidungsbleche selbst fertigte. Neben der Limousine gab es den 326 auch als zweitüriges Cabriolet 4-Fenster und als Cabriolet 4-Türen, deren Karosserien gänzlich bei Autenrieth in Darmstadt gefertigt wurden. Außerdem konnte man auch das nackte Fahrgestell bestellen, was 641 Kunden taten. Vom Cabriolet 4-Türen entstanden nur 1.093 Stück, während vom Cabriolet 4-Fenster 4.060 und von der Limousine gar 10.142 Exemplare gebaut wurden. Mit 7.300 Reichsmark war das Cabriolet 4-Türen die teuerste Variante, deutlich vor dem zweitürigen Cabriolet für 6.050 Reichsmark und der Limousine mit 5.500 Reichsmark – 5.810 mit Schiebedach. Trotz dieser alles andere als günstigen Preise entwickelte sich der 326 für BMW zum absoluten Verkaufsschlager, von dem in jenen Jahren deutlich mehr verkauft wurden als von allen anderen Modellen zusammen.

1939 vereinheitlichte BMW das Erscheinungsbild der gesamten Modellpalette, und auch der 326 bekam anstelle der markanten, geteilten Doppelstoßstangen an Bug und Heck jeweils eine durchgehende Stoßstange. 1941 lief die Produktion kriegsbedingt nach 15.936 gebauten Exemplaren aus. Nach Kriegsende lag Eisenach in der sowjetischen Besatzungszone, und aus den Resten des zu 60 % zerstörten Werks wurden noch drei Cabriolets und 18 Limousinen – andere Quellen sprechen von insgesamt 16 Fahrzeugen – fertiggestellt und an die Militärkommandantur geliefert.

Aus dem 326 wurde der EMW 340 weiterentwickelt, der 1949 offiziell auf den Markt kam. Ähnlich beeindruckt vom 326 war man auch in England, wo die Fahrzeuge vor Kriegsbeginn als Frazer-Nash vermarktet wurden. Die neu gegründete Automobilsparte der Bristol Aeroplane Company nahm sich der Baupläne an und brachte ab 1947 eine ganze Reihe von Modellen auf den Markt, die ihren Ursprung in den bayerischen Vorkriegswagen nicht einmal zu verstecken versuchten. Selbst die Niere übernahm man anfangs gänzlich ungeniert.

Dieses BMW 326 Cabriolet soll ursprünglich nach Prag ausgeliefert worden sein, vermutlich in Grün mit roten Polstern. 1981 soll der BMW wieder in den Westen gelangt sein. Der Vorbesitzer kaufte ihn 2001 in teilzerlegtem Zustand und ließ ihn komplett restaurieren. Zuvor hatten sich bereits zwei Besitzer an dem Projekt versucht. Fotos zeigen einzelne Schritte der Restaurierung, der gewaltige Aufwand lässt sich erahnen. Man sieht eine komplett gespengelte Karosserie in blankem Zustand, das Dach bei der Erneuerung, einen leeren Innenraum, der neu ausgestattet wird, aufwendige Lederarbeiten, frisch verchromte Zierteile und einen wohl gerade überholten Motor …

In Summe hat jemand viel Geld in die Hand genommen, um sein Traumauto wieder in frischem Glanz erstrahlen zu lassen. Er ließ den BMW nach seinen Vorstellungen ganz in blau wiederauferstehen: zweifarbiger blauer Lack, kombiniert mit blauem Verdeck. Der Innenraum folgte dem Farbschema mit blauem Leder und selbstverständlich auch blauem Teppich. 2002 war die Restaurierung abgeschlossen.

Durch das Farbenspiel zieht der BMW noch mehr Blicke auf sich, als dies ein 326 Cabriolet für gewöhnlich tut. Als Besonderheit verfügt dieses Cabriolet über seitliche Radabdeckungen im Stile des BMW 327, wohl ein damaliges Extra des Karosseriebauers. In Verbindung mit den schönen Lochscheibenrädern ergibt das eine prunkvolle Erscheinung.

Im April 2003 zierte dieser 326 das Titelbild der DAVC-Clubmitteilungen. Noch im selben Jahr begann man mit der Teilnahme an diversen Veranstaltungen. Man fuhr nach Bernkastel-Kues, im Saarland bestritt man die Saar-Lor-Lux. Beim Concours d’Elegance in Schwetzingen wurde der BMW von einem Damenteam vorgestellt, und auch einer Einladung nach Baden-Baden folgte man gerne.

2004 suchte ein namhafter Händler im Auftrag des Einbringers nach feinen BMW-Modellen, da dieser zu jener Zeit seine ohnehin schon umfangreiche BMW-Sammlung abrundete. Restaurator und Sammler wurden sich schnell einig. Für den 326 bedeutete das allerdings das Ende der großen Ausfahrten. Von nun an stand er zumeist in Ausstellungen.

Die Farbkombination hebt dieses Autenrieth-Cabriolet deutlich von seinen Modellkollegen ab, die Spats geben ihm zudem eine ganz eigene Note und lassen den Wagen insgesamt wuchtiger erscheinen. Ein besonderes Auto, das seit seiner Restaurierung viel Freude bereitet hat.

 

 

Rare two-door coachbuilt body by Autenrieth
Unusual and attractive colour combination
Extensively documented restoration
From a significant BMW collection

In February 1936, BMW unveiled the new 326 at the Berlin Motor Show, entering the upper mid-range segment, a market it had previously left untapped. Beyond its established clientele, BMW had hitherto been perceived as a manufacturer of upmarket, high-performance small cars. The 326 was intended to change that image and accordingly became the first BMW available with four doors. Comfort and equipment took precedence over sporting character and performance.

The design was the work of Fritz Fiedler, who had already been responsible for BMW’s first inline six-cylinder engine, the M78, a few years earlier. The chassis newly developed for the 326 featured hydraulic lever-arm shock absorbers on both axles and two longitudinal torsion bars at the rear, following the example of the Citroën Traction Avant. For the first time, a BMW was equipped with hydraulic brakes. For the engine, however, BMW relied on the proven six-cylinder unit from the 319, increasing its displacement to 1,971 cc and fitting two Solex 26 carburettors to raise output to 50 PS. A partially synchronised four-speed gearbox featured a freewheel function in the first two gears. A top speed of 115 km/h made the car a highly capable performer by the standards of the day.

The bodies for the four-door saloons were supplied by Ambi-Budd from its pressworks in Berlin-Johannisthal, while BMW manufactured the wings, running boards, bonnets and body panels at Eisenach. Alongside the saloon, the 326 was also available as a two-door, four-window cabriolet and a four-door cabriolet, both with bodies built entirely by Autenrieth in Darmstadt. Customers could also order a bare chassis, an option chosen by 641 buyers. Just 1,093 four-door cabriolets were produced, compared with 4,060 four-window cabriolets and no fewer than 10,142 saloons. At 7,300 Reichsmarks, the four-door cabriolet was the most expensive version, considerably dearer than the two-door cabriolet at 6,050 Reichsmarks and the saloon at 5,500 Reichsmarks, or 5,810 with a sliding sunroof. Despite these far from modest prices, the 326 became a resounding sales success for BMW, substantially outselling all the marque’s other models combined during those years.

In 1939, BMW standardised the appearance of its entire model range, and the 326’s distinctive split double bumpers were replaced by single full-width bumpers at the front and rear. Wartime conditions brought production to an end in 1941, after 15,936 examples had been built. Following the war, Eisenach lay in the Soviet occupation zone. From the remains of the factory, which had suffered 60 per cent destruction, a further three cabriolets and 18 saloons were completed and delivered to the military command; other sources put the total at 16 vehicles.

The 326 subsequently formed the basis of the EMW 340, officially launched in 1949. The model also made a strong impression in Britain, where the cars had been marketed as Frazer-Nash before the war. The newly established automotive division of the Bristol Aeroplane Company adopted the designs and, from 1947 onwards, introduced a succession of models that made little attempt to disguise their origins in BMW’s pre-war cars. Initially, even the kidney grille was copied without hesitation.

This BMW 326 Cabriolet is said to have been delivered new to Prague, probably finished in green with red upholstery. It reportedly returned to the West in 1981. The previous owner purchased it in 2001 in a partially dismantled state and commissioned a complete restoration. Two earlier owners had already attempted the project. Photographs document individual stages of the restoration and give some indication of the enormous amount of work involved. They show the fully repaired body in bare metal, the hood being renewed, an empty interior awaiting retrimming, intricate leatherwork, freshly rechromed trim and what appears to be a newly rebuilt engine.

Clearly, considerable money was invested in returning someone’s dream car to its former glory. The owner had the BMW restored to his own specifications, choosing blue throughout: two-tone blue paintwork paired with a blue hood. The interior followed the same colour scheme, with blue leather and, naturally, blue carpeting. The restoration was completed in 2002.

Its colour scheme attracts even more attention than a 326 Cabriolet would ordinarily command. A distinctive feature of this example is its wheel spats in the style of the BMW 327, presumably an optional extra offered by the coachbuilder at the time. Combined with the attractive perforated disc wheels, they give the car a particularly imposing appearance.

In April 2003, this 326 appeared on the cover of the DAVC club magazine. Participation in various events began that same year. The car travelled to Bernkastel-Kues and took part in the Saar-Lor-Lux rally in the Saarland. At the Schwetzingen Concours d’Elegance, the BMW was presented by an all-female team, and an invitation to Baden-Baden was also gladly accepted.

In 2004, a well-known dealer was commissioned by the consignor to seek out exceptional BMW models, as he was then putting the finishing touches to his already extensive BMW collection. The restorer and the collector quickly reached an agreement. For the 326, however, this marked the end of its grand outings. From then on, it spent most of its time on display.

The colour combination clearly distinguishes this Autenrieth Cabriolet from other examples of the model. Its spats add a character all of their own and give the car a more substantial presence. A special motor car that has brought much enjoyment since its restoration.

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Reinhard Granner, +43 699 17127272

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