Lot 107

1935 BMW 309 Kabriolett-Coupé

  • Seltener Aufbau der Spandauer Karosserie-Werke
  • Individueller Zeitzeuge aus der BMW-Frühzeit
  • In den späten 1990ern umfangreich restauriert
  • Zuletzt umfangreich mechanisch überholt

Schätzwert

Erzielter Preis € 18.400

Technische Details

Chassis

65317

Papiere

Österreichische Einzelgenehmigung
Deutscher Fahrzeugbrief von 1998

Auktion

Auktion

CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg

Datum

18. Oktober 2025

Besichtigung

17. und 18. Oktober 2025

1934 präsentierte BMW mit dem 309 den Nachfolger des 3/20 PS – und damit das erste eigenständige Vierzylinder-Auto nach der Dixi-Ära. Man nahm Fahrgestell und Karosserie des neuen Sechszylinders 303, der ein Jahr zuvor als erstes Modell mit der ikonischen Doppelniere erschienen war, und kombinierte sie mit einem überarbeiteten Vierzylindermotor. Dieser schöpfte aus 845 ccm immerhin 22 PS, gut für eine Spitze von rund 85 km/h.

Damit bot der 309 das Beste aus zwei Welten: das elegante Kleid und die moderne Technik des 303, aber mit günstigeren Unterhaltskosten. Gerade für die bisherige Dixi-Kundschaft war das entscheidend – sie bekam nun ein attraktives Auto mit besseren Fahreigenschaften, ohne sich in die höheren Kostenklasse der Sechszylinder wagen zu müssen. Angeboten wurde der 309 als Limousine, Cabrio-Limousine, offener Viersitzer oder zweisitziges Cabriolet.

Der Erfolg stellte sich ein: über 6.000 Exemplare wurden bis 1936 gebaut. Doch seine Tage waren gezählt. Die Nachfrage nach den stärkeren und repräsentativeren Sechszylinder-Modellen ließ den 309 bald alt aussehen. 1936 verschwand er ersatzlos aus dem Programm – als letzter Vierzylinder, bevor BMW sich bis nach dem Krieg ganz auf Sechszylinder konzentrierte. 

Heute gilt der 309 als ein Schlüsselmodell der Frühzeit: Er bewies, dass BMW mehr konnte als Lizenzbau, und er markierte den Schritt hin zu jener Philosophie, die den Markenkern bis heute trägt – sportliche Eleganz, auch in der kleinen Klasse.

Ein Schreiben der BMW Mobile Tradition aus dem Jahr 1997 bestätigt: Dieser Wagen wurde im September 1935 als Limousine ausgeliefert. Weitere Unterlagen gebe es nicht, vermerkt man dort – und gerade das mache ihn zu einem „seltenen und interessanten Fahrzeug“. Fest steht damit auch, dass seine heutige Karosserie der Spandauer Karosserie-Werke erst später entstand. Solche Umbauten waren in den 1930er-Jahren keineswegs ungewöhnlich und gaben manchem Wagen einen Hauch von Individualität.

Das Cabriolet entstand in Gemischtbauweise: Kotflügel und Motorhaube aus Stahl, der Aufbau ab der A-Säule jedoch aus Holz, bespannt mit Kunstleder. Eine Lösung, die Gewicht sparte und in jener Zeit weit verbreitet war. Sie verlieh dem 309 Leichtigkeit, ohne auf den repräsentativen Auftritt zu verzichten.

1998 unterzog ein Vorbesitzer den BMW einer umfassenden Restaurierung. Karosserie, Verdeck, Motor und Bremsen wurden überholt oder erneuert, anschließend erhielt er wieder seine Straßenzulassung. Vor drei Jahren wechselte der Wagen aus Bayern nach Österreich, wo er typisiert und weiter gepflegt wurde. Zuletzt teilte er sich eine Garage mit einem 321 und wurde von seinem Besitzern, begeisterten Vorkriegs-Enthusiasten, mechanisch grundlegend überarbeitet.

Heute präsentiert sich der 309 als charmanter Vertreter seiner Epoche: handlich, leicht und luxuriös zugleich, mit jener Sonderkarosserie, die ihm Individualität und Besonderheit verleiht. Er ist mehr als nur ein Relikt der frühen BMW-Geschichte – er ist ein seltener Zeitzeuge, der erzählt, wie vielfältig und individuell die Vorkriegsjahre der Marke waren.

Ein 309, der durch seine Einzigartigkeit glänzt – und beweist, dass selbst der „kleine BMW“ damals schon große Auftritte beherrschte.

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Wolfgang Humer, 0650 7262524

Reinhard Granner, 0699 17127272

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