2008 Wiesmann MF4 GT(RS)
- Individueller Umbau zum »RS«
- Über 90.000 Franken investiert
- Kompressormotor mit 580 PS
- Überragende Fahrmaschine
- Absolutes Einzelstück
Schätzwert
Erzielter Preis € 78.200
Technische Details
Chassis
W09GT12018DW59187
Papiere
Deutsche Zulassung
Schweizer Fahrzeugschein in Kopie
Auktion
Auktion
CLASSIC EXPO Salzburg
Messezentrum Salzburg
Am Messezentrum 1
5020 Salzburg
Datum
18. Oktober 2025
Besichtigung
17. und 18. Oktober 2025
Als die Brüder Wiesmann Ende der 1980er ihre kleine Manufaktur gründeten, war ihr Ziel so schlicht wie kühn: einen Roadster zu bauen, der britische Tradition mit deutscher Präzision verband. Was als Nischenidee begann, reifte bald zu einer festen Größe unter den Exoten. Mit dem MF4 GT brachten die Dülmener ab 2003 eine neue Variation – ein Coupé, das die Tugenden des offenen Roadsters mit alltagstauglicher Geschlossenheit verband.
Das Design war typisch Wiesmann: lange Motorhaube, kurze Überhang hinten, organische Kurven, die an die Sportwagen-Linien der 1960er erinnerten. Doch hinter dem Retro-Kleid steckte modernste Technik – und aus München der passende Antrieb. Der MF4 GT griff auf den 4,8-Liter-V8 von BMW zurück, je nach Ausführung mit 367 oder später bis zu 420 PS. In Kombination mit dem geringen Gewicht – kaum 1.400 Kilo – ergaben sich Fahrleistungen, die jeden Zweifel zerstreuten: 0 auf 100 km/h in knapp fünf Sekunden, Spitze über 280 km/h.
Innen herrschte Handwerkskunst pur. Leder, Aluminium, kaum Plastik. Jeder Wagen war so individuell wie sein Besitzer, gebaut in kleinen Stückzahlen mit Liebe zum Detail. Der MF4 GT war kein Auto für die breite Masse, sondern für Individualisten, die das Außergewöhnliche suchten und den Mut hatten, sich jenseits der großen Marken zu bewegen.
2013 endete die Produktion, als die Firma in finanzielle Schieflage geriet. Heute gilt der MF4 GT als moderner Klassiker – ein Automobil, das zeigte, dass auch in Westfalen Träume auf Rädern gebaut werden können.
Der Werdegang dieses Wiesmann begann als „gewöhnlicher“ MF4 GT, der 2008 in die Schweiz ausgeliefert wurde. Dort ließ im Winter 2016/2017 sein damaliger Besitzer den Wiesmann, nachdem bereits er über 120.000 Kilometer gelaufen war, nach eigenen Vorstellungen zum »RS« umbauen. Herzstück war dabei laut Einbringer ein mittels Kompressor auf 580 PS frisierter Motor. Dazu kamen natürlich die entsprechenden Umbauten am Fahrwerk, damit die Leistung auch sicher auf die Straße gebracht werden konnte und einige Teile vom großen Bruder MF5. Auch optisch wurde der Wiesmann entsprechend individualisiert, etwa mit einer neuen Motorhaube aus Karbon mitsamt Lufteinlässen. Insgesamt schlug der Umbau, der aktuell knapp 40.000 Kilometer zurückliegt mit über 90.000 (!!!) Schweizer Franken zu Buche. 2020 kam das Einzelstück nach Deutschland, wo es verzollt und zugelassen wurde, wobei erwähnt sei, dass die Umbauten nicht eingetragen wurden. Ein Wiesmann war nie nur Fortbewegung, er war Statement, Maßanzug und Rebellion zugleich, dieser viel mehr noch als andere!
Wolfgang Humer, 0650 7262524
Reinhard Granner, 0699 17127272